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Westsahara: Unabhängigkeitsbewegung Polisario rüstet sich für bewaffneten Kampf

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Archivaufnahme
Archivaufnahme   -   Copyright  Daniel Ochoa de Olza/AP
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Im neuaufgeflammten Konflikt um die Westsahara hat die Unabhängigkeitsbewegung Polisario eigenen Angaben nach tausende Freiwillige für den bewaffneten Kampf gewonnen. Am Samstag kündigte die Polisario-Front ein seit September 1991 bestehendes Waffenstillstandsabkommen mit Marokko auf.

Straßensperre und Schusswechsel

Es war zu Schusswechseln zwischen Unabhängigkeitskämpfern und der marokkanischen Armee gekommen. Die Streitkräfte des nordafrikanischen Landes räumten eine Verbindungsstraße nach Mauretanien frei, die nach Angaben der marokkanischen Armee von Polisario-Anhängern gesperrt worden war. Die Polisario sprach von marokkanischen Aggressionen gegenüber friedlichen Demonstranten. Die Europäische Union hatte die Wichtigkeit der Aufrechterhaltung des Grenzverkehrs betont und zur Einhaltung des Waffenstillstands aufgerufen.

Die Westsahara war bis 1975 eine spanische Kolonie. Marokko beansprucht das Gebiet für sich, die Polisario-Front will einen unabhängigen Staat. Eine ursprünglich vorgesehene Volksbefragung zur Unabhängigkeitsfrage ist bislang nie umgesetzt worden.

Von August 2017 bis Mai 2019 war der deutsche Altbundespräsident Horst Köhler Sonderbeauftragter der Vereinten Nationen für die Westsahara. Seit April 1991 sind UNO-Blauhelmsoldaten in dem Gebiet im Einsatz. António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, drückte seine Sorge ob der Entwicklung der vergangenen Tage aus und warnte vor schwerwiegenden Folgen.