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"Frust ohne Ende"? Streit um #Boellerverbot an Silvester

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Silvester 2017/2018
Silvester 2017/2018   -   Copyright  Markus Schreiber/Copyright 2017 The Associated Press. All rights reserved.
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Was machen die Deutschen am Liebsten zu Silvester? Sie lassen es krachen. Aber wohl nicht in diesem besonderen Corona-Jahr.

Wegen der Pandemie fordern diverse Politiker, Ärzte und Polizisten ein Böller-Verbot. Die überfüllten Krankenhäuser müssten nicht noch weiter durch Brandverletzungen belastet werden, sagte etwa SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gegenüber der Welt.

Vertreter der Polizeigewerkschaft warnen zudem vor der gefährlichen Mischung Alkohol, Personengruppen und Partystimmung.

"Geplagte Seele der Deutschen"

Andere wie der FDP-Vorsitzende Christian Lindner finden, es gebe ein Recht aufs #Boellern zum Jahreswechsel - aber in Maßen. Wenn man verantwortungsbewusst mit Freiheit umgehe, dann erübrige sich ein Böllerverbot, so Lindner auf Twitter.

Die Welt sprach gar von der "geplagten Seele der Deutschen", die durch ein Böllerverbot zusätzlich gepeinigt werde. Dies sei angesichts Feinstaubbelastung, panischer Tiere, abgesprengter Gliedmaßen und überfüllter Ambulanzen an Silvester wohl ein Hohn, lautet ein Kommentar dazu auf Twitter.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund sprach sich gegen ein generelles Verbot von Böllern und Feuerwerk in der Corona-Pandemie aus. "Die Leute haben doch Frust ohne Ende. Alles wird verboten, nirgends kann man hin", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Mehrere Städte wie Köln, Hannover oder Frankfurt am Main ziehen dennoch ein Böllerverbot in Erwägung. In Berlin hatten die Grünen mit Blick auf die Infektionslage gefordert, neben großen Partys auch das Feuerwerk zu verbieten.

Deutschland solle damit dem Vorbild der Niederlande folgen. Diese hatten Ende vergangener Woche als erstes europäisches Land ein vollständiges Feuerwerksverbot verhängt. Das Hauptargument: So soll das Gesundheitssystem entlastet werden.

Kleinere Knaller, Wunderkerzen oder Knallbonbons sind nicht betroffen. Was Scherzkekse im Internet zu folgender Parodie inspirierte - unter dem Motto: "Es gibt für alles eine Lösung".

Der Verband der pyrotechnischen Industrie warnte nachdrücklich vor einem Verbot von Silvesterfeuerwerk. Nicht des Überlebens der Branche wegen, sondern weil damit zu rechnen sei, dass bei einem Verbot legaler Böller mehr illegales Feuerwerk gezündet werde.