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8 Jahre Gefängnis: Der tiefe Fall des Ex-Finanzministers

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Grasser auf der Anklagebank
Grasser auf der Anklagebank   -   Copyright  Helmut Fohringer/AP
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Es ist eine Korruptionsaffäre, die mehr als ein Jahrzehnt die Menschen in Österreich bewegte - und der tiefe Fall eines Ministers.

Im Mammutverfahren rund um die Privatisierung von Bundeswohnungen - "Buwog" - ist der österreichische Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ein überraschend hartes Urteil.

"Ein Fehlurteil"

Für das Landgericht Wien machte sich der 51-Jährige der Untreue, Geschenkannahme und Beweismittelfälschung schuldig.

Sein Anwalt sprach von einem "Fehlurteil" und kündigte an, in Berufung zu gehen. Auch der Lobbyist Peter Hochegger und der frühere FPÖ-Generalsekretär Walter Meischberger wurden zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Meischberger ist Grassers Trauzeuge. Hochegger hatte kurz nach Prozessbeginn ein Teilgeständnis abgelegt.

Insiderinformationen

Es geht um die umstrittene Privatisierung von Zehntausenden Bundeswohnungen und eines Linzer Bürohauses im Jahr 2004.

Laut Gericht hatte KHG - wie Grasser in Österreich genannt wird - einem Mitbieter den entscheidenden Tip gegeben: Das Konsortium um die Immofinanz konnte sich dadurch dank einem kleinen Aufschlag die lukrativen Immobilien sichern.

Nach Meinung des Gerichts ist die Republik Österreich dadurch um Millionenzahlungen geschädigt worden.

Kontos in Liechtenstein

Im Gegenzug kassierten Grasser, zwei involvierte Lobbyisten und andere Mitwisser eine Provision von 9,6 Millionen Euro - über Umwege auf Liechtensteiner Konten geparkt.

"Nur Grasser kommt als Informant in Frage," so die Richterin Marion Hohenecker.

Der frühere FPÖ-Politiker war von 2000 bis 2007 als der jüngste Finanzminister im Amt und Liebling des damaligen Kanzlers Wolfgang Schüssel. 2005 heiratete er die Designerin Fiona Swarovski, ihr glamouröser Lebensstil war oft Thema in den Klatschspalten.