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Brexit-Handelsdeal wird Chefsache: Johnson reist nach Brüssel

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Brexit-Handelsdeal wird Chefsache: Johnson reist nach Brüssel
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Bei den festgefahrenen Verhandlungen über ein Handelsabkommen nach dem Brexit sollen es jetzt die Chefs richten: Der britische Premier Boris Johnson und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wollen in der kommenden Woche in Brüssel versuchen, den Deal mit einem persönlichen Treffen zu retten, das teilte Von der Leyen nach einem längeren Telefongespräch mit Johnson mit.

Die Unterhändler David Frost und Michel Barnier sollten eine Übersicht über die verbleibenden Differenzen vorbereiten. Beide suchen mit erneuten Gesprächen seit Tagen nach einer Lösung. Vorangekommen sei man kaum, so Barnier bei einem Treffen mit EU-Botschaftern. Die Knackpunkte sind seit Monaten dieselben: Fairer Wettbewerb, Fischereirechte und Sanktioninstrumenten bei Verstößen gegen ein Abkommen.

Fraglich ist, ob die Verhandlungsparnter in letzter Minute doch noch gesichtswahrende Kompromisse finden können. Eigentlich ist es im beiderseitigen Interesse, den gemeinsamen Handelsraum zu retten.

Keine vier Wochen vor dem Ende der Brexit-Übergangsphase ist der Zeitdruck enorm. Ohne Handelsabkommen drohen zum Jahreswechsel Zölle und andere Handelshürden zwischen beiden Seiten, die bisher im gemeinsamen Binnenmarkt engstens verflochten sind und Waren im Wert von mehreren Hundert Milliarden Euro pro Jahr hin und her liefern. Scheitern die Verhandlungen, würden viele britische Waren in der EU teurer. Verzögerungen an der Grenze könnten zu Engpässen führen und Lieferketten unterbrechen. Zehntausende Jobs wären in Gefahr. In Großbritannien sorgt man sich vor allem um Knappheiten bei Benzin und bestimmten Lebensmitteln.