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Ein logistischer Marathon: Briten starten erste Impfwelle

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Ein logistischer Marathon: Briten starten erste Impfwelle
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Der Corona-Impfstoff von Pfizer/BioNTech kommt in Trockeneis verpackt, jeweils 975 Dosen pro Box. Großbritannien hat insgesamt 40 Millionen Dosen vorbestellt.

Die ersten 800.0000 Impfungen werden seit diesem Dienstag in 50 Krankenhauszentren des Landes verabreicht. Nach Angaben des Nationalen Gesundheitsdienstes NHS soll zunächst Patienten über 80, die bereits einen Termin in einem der Krankenhauszentren haben, der Impfstoff angeboten werden, auch allen Patienten, die vor der Entlassung aus dem Krankenhaus stehen. Pflegeheime wurden ebenfalls angehalten, ihrem Personal eine Impfung zu empfehlen.

Für den weltweit anerkannten Immunologie-Experten Peter Openshaw ist es ein bedeutsamer Tag. "Es ist absolut fantastisch, dass wir es in weniger als einem Jahr von der ersten Entdeckung des Virus bis zu den ersten Injektionen eines zugelassenen Impfstoffs geschafft haben. Dies ist der Schnelligkeit, mit der die Wissenschaft arbeitet, zu verdanken, und der Geschwindigkeit, mit der Regulierungsbehörden, Politik und Geldgeber zusammenarbeiten, um an diesen Punkt zu gelangen."

"Die Regierung hat ein wenig gepokert"

Doch die logistischen Hürden sind immens. Der führende Londoner Virologe Professor Gary McLean und sein Team kennen die Herausforderungen im Umgang mit Impfstoffen aus erster Hand.

Der von Pfizer/BioNTech muss bei minus 70 Grad Celsius gelagert werden und lässt sich nicht so einfach in kleine Chargen aufteilen und transportieren.

"Ich fürchte, dass es mit diesem speziellen Impfstoff besonders schwierig wird. Aber wir werden bald über weitere Impfstoffe verfügen. Die Regierung hat ein wenig gepokert und unbedingt auf diesen Impfstoff gesetzt. Sie steigt früh ein und bekommt ihn, sobald sie glaubt, dass er einsatzfähig ist.

Nächstes Jahr werden wir wahrscheinlich zu einem anderen Impfstoffformat übergehen, das nicht die gleiche Art von Lagerung erfordert."

Der Rest der Welt beobachtet Großbritannien genau

Die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen wurden als prioritär eingestuft. Aber noch gibt es viele Fragen zur Lagerung und Verteilung des Impfstoffs, der bei Kühlschranktemperatur nur fünf Tage lang hält. Dennoch erwartet Anna Selby, Leiterin einer Pflegeeinrichtung, ungeduldig die Impfdosen. "Wir wissen nicht, wie die nächsten Schritte aussehen, aber wir hoffen, so schnell wie möglich alles auf die Beine zu stellen, um unsere Bewohner impfen zu lassen."

Der Rest der Welt beobachtet Großbritannien genau, das nur 314 Tage nach dem ersten bestätigten Corona-Fall im Land mit Massenimpfungen beginnt.