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Lawrow trifft AfD und fordert «Neustart» in Beziehungen

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Von su mit dpa
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Lawrow trifft AfD und fordert «Neustart» in Beziehungen
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Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat bei einem Treffen mit AfD-Vertretern in Moskau einen «Neustart» in den Beziehungen mit Deutschland verlangt. Zugleich lobte er, dass sich die rechtspopulistische und EU-skeptische Oppositionspartei für den Dialog zwischen beiden Ländern einsetze. «Wir schätzen Ihren Beitrag sehr für die Unterstützung unserer Beziehungen, die ein Überdenken und vielleicht, wie es heute heißt, einen Neustart brauchen», sagte Lawrow (Nachrichtenagentur "Interfax").

Der Außenminister empfing AfD-Parteichef Tino Chrupalla, der auch Fraktionsvize im Bundestag ist, und den außenpolitischen Experten der Fraktion, Armin-Paul Hampel. Mit Blick auf die zahlreichen aktuellen Konflikte zwischen Moskau und Berlin sagte er, nötig sei ein «Gleichgewicht der Interessen» und «keine Anheizung von Konfrontation und Versuchen, den Dialog zu behindern». Die beiden waren auf Einladung der Duma, des russischen Unterhauses, nach Moskau gereist. Ein Empfang von Bundestagsabgeordneten durch den Außenminister ist unüblich und aus Moskauer Sicht eine Aufwertung.

Tino Chrupalla, AfD, über die von der Trump-Regierung bekämpfte Nord Stream 2-Gaspipeline von Russland nach Deutschland:

Tino Chrupalla, AfD:

“Sie nehmen ja sicherlich auch wahr, wie unsere Positionierung zu den Sanktionen ist und was Beendigung von Nord Stream 2 angeht - sie werden in Deutschland durchaus kontrovers diskutiert. Wir haben als AfD-Fraktion ein einheitliches Bild - wir sagen, dieser Bau muss unbedingt, auch im wirtschaftlichen Interesse zuende geführt werden, aber auch für die Energiesicherheit in Deutschland."

ZAHLREICHE KONFLIKTE

Deutschland sieht Russland in der Verantwortung für die Vergiftung des Kremlkritikers Alexej Nawalny. Auch der Mord im Berliner Tiergarten an einem Georgier sowie der Hackerangriff auf den Bundestag 2015 werden offiziellen Stellen in Moskau angelastet. Wegen des Falls Nawalny und der Cyberattacke hatte die EU weitere Sanktionen gegen Russland verhängt.

An die Adresse der AfD-Politiker sagte Lawrow: «Ihr Besuch in der Russischen Föderation ist eine sehr gute Möglichkeit dafür, dass der Dialog weitergeht und zusätzliche Anknüpfungspunkte gefunden werden.» Zugleich sprach er davon, dass das «offizielle Berlin» versucht habe, die Reise zu behindern und «technische Schwierigkeiten» zu schaffen. «Besonders erstaunt natürlich die hysterische Diskussion über Ihre Reise.»

su mit dpa