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UN-Welternährungsprogramm nimmt Friedensnobelpreis entgegen

Das Rednerpult wird im Nobel-Institut vor der bevorstehenden digitalen Verleihungszeremonie für den Friedensnobelpreis in Oslo, Norwegen, am 10.12.2020, vorbereitet.
Das Rednerpult wird im Nobel-Institut vor der bevorstehenden digitalen Verleihungszeremonie für den Friedensnobelpreis in Oslo, Norwegen, am 10.12.2020, vorbereitet.   -   Copyright  Heiko Junge / NTB via AP
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Der Chef des Welternährungsprogramms der UN, David Beasley, hat den Friedensnobelpreis in Rom entgegengenommen. Wegen der Corona-Pandemie reiste er nicht nach Oslo, von wo aus die Vorsitzende des norwegischen Nobelpreiskommittees einige Worte sprach.

Der Preis sei eine große Ehre, so Beasley. "Danke für die Anerkennung unserer Arbeit, Lebensmittel im Kampf gegen Hunger einzusetzen, um der Destabilsierung von Staaten entgegenzuwirken, um Massenmigration zu verhindern, Konflikte zu beenden und Stabilität und Frieden zu schaffen."

Man könne den Hunger in der Welt nicht ausmerzen, so lange es Kriege gebe, so das Nobelpreiskomitee und machte unter anderem auf die Situation im Jemen, in der Demokratischen Republik Kongo und in Burkina Faso aufmerksam.

Einer von elf Menschen geht hungrig ins Bett

Laut Welternährungsprogramm gehen etwa 690 Millionen Menschen, einer von elf ErdbewohnerInnen, jeden Abend hungrig ins Bett. Beasley warnte angesichts der Corona-Krise vor Hungersnöten biblischen Ausmaßes.

Die diesjährigen Nobelpreise werden traditionell an diesem Donnerstag, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896), vergeben. Doch anders als sonst finden in diesem Jahr keine prunkvollen Preisverleihungen statt.

Von den Ausgezeichneten wird keiner persönlich anwesend sein. Das WFP bekam den Friedensnobelpreis im Zuge der Osloer Zeremonie in Rom überreicht, weil die Organisation dort ihren Hauptsitz hat. Die weiteren PreisträgerInnen haben ihre Medaillen und Urkunden coronabedingt bereits erhalten. Alle Preise sind diesmal pro Kategorie mit jeweils zehn Millionen schwedischen Kronen (970.000 Euro) dotiert, eine Million Kronen mehr als im Vorjahr.

Die Verkündung der Nobelpreise erfolgte bereits Anfang Oktober. Zwölf PreisträgerInnen erhielten die Auszeichnung für ihre Forschung, drei in den Kategorien Medizin und Physik, zwei in Chemie und Wirtschaftswissenschaften sowie die US-Poetin Louise Glück in Literatur und das Welternährungsprogramm. Unter den Preisträgern ist auch der deutsche Astrophysiker Reinhard Genzel, der zusammen mit US-amerikanischen Astronomin Andrea Ghez das supermassereiche Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße entdeckt hatte. Die Übersicht über alle PreisträgerInnen finden Sie hier.