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Corona in Europa am 15.12.: Niederlande dicht und neue Virus-Variante

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Einkaufsstraße in Rom
Einkaufsstraße in Rom   -   Copyright  Cecilia Fabiano/LaPresse/LaPresse
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In den Niederlanden wird so gut wie alles bis zum 19. Januar geschlossen. Das hat Ministerpräsident Mark Rutte an diesem Montagabend angekündigt. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus sei noch schlimmer als er vor einer Woche angenommen hatte, erklärte Rutte.

Von draußen waren während der Ansprache Proteste zu hören. "Es ist keine leichte Grippe, wie die Leute hinter uns glauben.", sagte der Regierungschef von seinem Amtssitz in Den Haag aus.

Die Maßnahmen treten um Mitternacht in Kraft. Die Schulen werden ab Mittwoch geschlossen.

"Als Kabinett sind wir uns bewusst, wie einschneidend das ist, so kurz vor Weihnachten. 2020 ist für viele Menschen ein Jahr der Trauer, des Verlustes und des Kummers," sagte Rutte. In den Niederlanden sind mehr als 8.200 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben.

Die Ansprache von Mark Rutte wurde auch LIVE in den sozialen Medien übertragen. Die 14-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner wird von der europäischen Behörde ECDC für die Niederlande mit 546.7 angegeben, für Deutschland mit 341.1.

Ganz Italien wohl bald rote Zone

Ein ähnlich strenger Schnitt wie in den Niederlanden kommt auf die Italienerinnen und Italiener zu. Mehreren Medienberichten zufolge werden nicht mehr nur einzelne Regionen, sondern das ganze Land ab Weihnachten und bis mindestens 2. Januar als Rote Zone eingestuft. Ein abrupter Kurswechsel, denn erst am Freitag waren die Abruzzen als letzte Region von der Roten Zone in die Orange Zone zuzrückgestuft worden. Grund ist auch hier der steile Anstieg von Neuinfektionen und Covid-19-Toten.

Viele Italienerinnen und Italiener sind verunsichert, da die Ausgangsbeschränkungen an den Feiertagen nicht sehr klar sind. Im Prinzip sollten sie ihre Stadt nicht verlassen, was aber zu Diskussionen führt, weil die sich Bewohnerinnen und Bewohner kleiner Ortschaften benachteiligt fühlen.

Die Gesundheitsbehörden verzeichneten am Montagabend mehr als 12.000 Neuinfektionen und 491 Tote in den vergangenen 24 Stunden.

Neue Virus-Variante in Großbritannien

Vergleichbar ist die Lage im Großraum London. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock erklärte, dass die Hauptstadt aufgrund der drastisch steigenden Fallzahlen in die höchste von drei Corona-Warnstufen eingruppiert werde.

Die neuen Maßnahmen treten am Mittwoch in Kraft, nachdem die Zahl der Ansteckungen im Südosten Englands stark angestiegen war.

Zusammenkünfte werden nur noch im Freien erlaubt sein und Restaurants müssen erneut schließen.

Hancock sagte, dass sich in einigen Gebieten die Zahl der Coronavirus-Infektionen jede Woche verdoppelt. Er warnte auch, dass die Regierung Vorsichtsmaßnahmen wegen einer neuen Variante des Virus trifft: "Wir haben eine neue Variante dieses Virus identifiziert, die mit der schnelleren Ausbreitung in einigen Gebieten in Verbindung gebracht werden kann. Wir gehen jetzt mit dieser Variante genauso um wie mit allen anderen. Der Impfstoff wird ab sofort flächendeckend an Hausärzte in England und auch an Pflegeheime in Schottland ausgegeben. Hilfe ist auf dem Weg, aber wir sind noch nicht am Ziel. "

Noch nie seit der Spanischen Grippe so viele Tote in Schweden

Finnland und Norwegen haben dem Nachbarland Schweden unterdessen medizinische Hilfestellung angeboten. Dort sind die Intensivstationen zu 99 Prozent ausgelastet.

In Schweden sind im vergangenen Monat mit 8.088 so viele Menschen gestorben wie in keinem November der letzten 100 Jahre. Eine ähnlich hohe Todesrate hatte es 1918 während der Spanischen Grippe gegeben.

Proteste und nächtliche Ausgangssperre in Frankreich

In Paris haben zahlreiche Beschäftigte des Hotel- und Gastgewerbes gegen die Schließung von Lokalen und Hotels bis mindestens 20. Januar demonstriert. Die französische Regierung hat zwar weitere Finanzhilfen versprochen, wollte sich aber auf keinen Termin für die Wiedereröffnung von Bars, Restaurants, Theatern und Kinos festlegen.

An diesem Dienstag endet in Frankreich zwar der teilweise Lockdown, dafür wird eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 20 Uhr und 6 Uhr morgens eingeführt. Reisen sind jetzt wieder landesweit und nicht mehr nur im engen Umkreis des Wohnortes erlaubt.