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Corona-Impfstoff: EU-Behörde EMA will noch vor Weihnachten entscheiden

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Von Euronews
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Wird er zugelassen? Die EU-Behörde will jetzt noch vor Weihnachten entscheiden
Wird er zugelassen? Die EU-Behörde will jetzt noch vor Weihnachten entscheiden   -   Copyright  Frank Augstein/ Associated Press.

Die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) will ihre Entscheidung über eine Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer früher vorlegen als gedacht: am 21. Dezember. Das teilte die Behörde in Amsterdam mit. Bisher war vom 29. die Rede.

Es gilt als so gut wie sicher, dass die EMA grünes Licht geben wird. Formell muss dann noch die EU-Kommission zustimmen. Das gilt als Formsache und könnte auch innerhalb eines Tages erfolgen. Damit wäre der Weg frei für Massen-Impfungen in allen EU-Mitgliedsstaaten.

Es würden keine Abstriche bei den Sicherheits-Standards gemacht, betonte die EMA. "Eine Markt-Zulassung stellt sicher, dass Covid-19-Impfstoffe dieselben hohen EU-Standards erfüllen, die für alle Impfstoffe und Medikamente gelten."

Die Behörde überprüft bereits seit Wochen in dem sogenannten Rolling-Review-Verfahren die klinischen und wissenschaftlichen Daten der Hersteller. "Wir arbeiten rund um die Uhr für die Zulassung des ersten Covid-19-Impfstoffes", sagte EMA-Direktorin Emer Cooke.

Spahn will keine Notzulassung

Einen Tag vor Inkrafttreten des deutschlandweiten Lockdowns äußerten sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler in Berlin zur Corona-Lage vor Weihnachten.

Die Zulassungsfrage durch die EMA war eine der zentralen Fragen. Diese solle schnell wie möglich erfolgen, aber nicht per Notfallzulassung, sondern nach gründlicher Überprüfung über ein reguläres Verfahren der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), so Spahn. Dies sei wichtig für das Vertrauen in Impfstoffe. Es werde keine nationalen Alleingänge geben.

Spahn hatte den 23. Dezember als angepeilten Zulassungstermin genannt. Der nächste Schritt wäre dann die Chargenfreigabe und eine schnellstmögliche Verteilung an die Impfzentren. Maximal zwei bis vier Tagen später könne dann der Impfstart erfolgen.

Hier die Bundespressekonferenz LIVE:

Jetzt LIVE: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler zur Corona-Lage vor Weihnachten

Jetzt LIVE: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler zur Corona-Lage vor Weihnachten

Posted by Euronews Deutsch on Tuesday, December 15, 2020

In den USA und Großbritannien ist der Impfstoff der Pharmaunternehmen Pfizer und Biontech bereits mit einer Notzulassung auf dem Markt. Die EMA prüft die Daten für die EU-Mitgliedsstaaten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass bis Ende Sommer 2021 rund 60 Prozent der Bürger in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft sein könnten.

Laut ExpertInnen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine Durchimpfungsrate von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung für eine wirkungsvolle Bekämpfung der Pandemie nötig.

Lage ernst wie nie zuvor

Der Leiter des staatlichen Robert Koch-Instituts (RKI) Wieler sagte, die Corona-Lage sei so ernst wie nie zuvor in der Pandemie. Die Fallzahlen seien so hoch wie noch nie.

Mit zwischen 12 000 und 29 000 gemeldeten Neuinfektionen pro Tag lägen die Fallzahlen im Dezember in Deutschland deutlich höher als im November, führte Wieler aus. Aktuell seien 325 000 Menschen in Deutschland mit Sars-CoV-2 infiziert, in den Sommermonaten seien es wenige Tausend gewesen. Immer stärker betroffen sei die Gruppe der 80-Jährigen, mit besonders hohem Risiko für schwere und tödliche Krankheitsverläufe.

Am Mittwoch tritt ein weitgehender Lockdown in Deutschland in Kraft, der zunächst bis 10. Januar gelten soll. Spahn rechnet jedoch nicht mit schnellen Effekten für die Eindämmung der Pandemie. "Auch eine Vollbremsung wird eine lange Bremsspur haben", sagte er.

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem RKI 14 432 neue Fälle und 500 Todesfälle binnen eines Tages übermittelt, wie das RKI am Dienstag bekanntgab. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 22 475.