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Zwischen Warmherzigkeit und Wagemut: Wie Freiwillige das Fest retten

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Von Euronews mit AP, AFP
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Drahtseilakt am Kinderkrankenhaus: Freiwillige Helfer machen Jungen und Mädchen in Moskau froh
Drahtseilakt am Kinderkrankenhaus: Freiwillige Helfer machen Jungen und Mädchen in Moskau froh   -   Copyright  Euronews

Weihnachten im Zeichen der Nächstenliebe: Asylbewerber, Obdachlose und andere unterprivilegierte Menschen kamen im Trastevere-Viertel im historischen Zentrum von Rom auf ihre Kosten.

Die katholische Sant'Egidio-Gemeinde organisiert dort und andernorts seit 1982 gemeinnützige Weihnachtsessen und eine bescheidene Bescherung. In diesem Jahr fiel das Zusammensein weniger gemütlich aus, weil auch in der Santa-Maria-Kirche Abstands- und Hygienereglen eingehalten werden mussten. Das bedeutet: Lunchboxen to go statt Tafeln an Tischen.

Regelmäßiger Gast in der Kirche ist Elisabetta Mosco, eine 77 Jahre alte Obdachlose:_ "Das Wichtigste ist, dass wir heute zusammen waren. Das ist das Wichtigste. Dies ist wie eine Familie für mich. Ich habe keine Familie mehr."_

Mahmoud Al-Dhair ist ein 26-jähriger Flüchtling aus Syrien und freiwilliger Helfer der Gemeinschaft Sant'Egidio. In perfektem Italienisch wird er fast philosophisch: "Wir haben verstanden, dass wir zusammenrücken müssen, auch wenn wir Abstand halten, auch wenn es eine sehr schwierige Zeit ist. Aber es ist noch schwieriger für die Menschen, die noch verwundbarer sind als wir, die noch bedürftiger sind."

Für kleine Patienten: Hochseilakt in Moskau

Russische Freiwillige in "Väterchen Frost"-Kostümen seilten sich an einem Moskauer Kinderkrankenhaus ab, um den jungen Patienten in ihren Zimmern ein frohes neues Jahr zu wünschen.

Im Hochrisikoeinsatz waren Dutzende Väterchen Frost, der russischen Variante des Weihnachtsmanns, getoppt nur von einem Schneewittchen, das per Kran vor den Krankenzimmern vorbei schwebte.

Fünf Moskauer Krankenhäuser nahmen an dem Wohltätigkeitsprogramm "Neujahrsbaum der Güte" teil, das festliche Aufführungen und 6.000 Geschenke für Kinder beinhaltete.

Ein als Väterchen Frost gut getarnter freiwilliger Helfer sagte nach seinem Höheneinsatz: "Es ist eine fröhliche Aktion, alle waren so glücklich. Sie haben alle gelächelt und uns zugewunken. Sie sind gute Mädchen und Jungen!"

Spanien: Selbstdisziplin bis Sonntag

An einem 1. Weihnachtstag wie keinem anderen zuvor feierten 70 Bewohnerinnen und Bewohner des Sankt Peter Pflegeheims in der nordspanischen Stadt El Astillero bei Santander das Fest der Feste unter strengen Auflagen.

In diesem Jahr sind alle im Heim geblieben, statt den Tag bei ihren Verwandten zu verbringen. Die dürfen 30 Minuten zu Besuch kommen, getrennt durch Plexiglas.

In den ersten drei Monaten der Coronavirus-Pandemie starben mehr als 20.000 Menschen in spanischen Pflegeheimen, und im Herbst sind die Infektionen trotz zusätzlicher Vorsichtsmaßnahmen erneut in die Höhe geschnellt.

Das Sankt Peter Heim blieb bislang sowohl von Ansteckungen als auch Todesfällen verschont. Und vielleicht bleibt das auch so, denn am Sonntag beginnen die Corona-Impfungen in spanischen Pflege- und Altenheimen.