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Florenz: Social Distancing im 17. Jahrhundert

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Florenz: Social Distancing im 17. Jahrhundert
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Eine kleines Fenster mit einer Hupe... Das ist die Antwort einiger Bars und Restaurants in Florenz auf die Corona-Maßnahmen.

Die Menschen kommen vorbei und geben ihre Bestellung ab. Diese "Buchette" - auf Deutsch kleine Löcher - gehen auf die Renaissance-Zeit zurück, als Florenz von der Pest heimgesucht wurde - Social Distancing im 17. Jahrhundert.

Auch heute, im 21. Jahrhundert, leisten die kleinen Fenster einen großen Beitrag:

Die Rückmeldungen sind sehr positiv. Die Leute haben wieder Freude daran, auszugehen und anderen Menschen außerhalb ihres Familienkreises zu begegnen. Und sie haben dieses Ding - dieses Stück Vergangenheit - gut angenommen.
Silvana Vivoli
Eisdielen-Besitzerin

Die Pandemie hat die bei Touristen beliebte Stadt hart getroffen, das Hotelgewerbe klagt über Einbußen von 80 Prozent.

Der Restaurant-Besitzer Alberto Colivicchi klagt, "es ist wie ausgestorben, die Touristen bleiben weg. Es sind vor allem Einheimische, die manchmal zu uns kommen und Essen zum Mitnehmen bestellen. Sonst niemand."

Diese Löcher wurden vor einigen Jahrhunderten geschaffen. Der Grund war derselbe, aus dem sie derzeit wieder genutzt werden. Damals war es die Pest im 17. Jahrhundert, heute ist es Covid-19. Die Funktion ist die gleiche: Das Leben muss weitergehen, aber unter Beachtung der Vorsichtsmaßnahmen.
Luca Palamara
Euronews-Korrespondent in Italien

Diesen "Buchette del Vino" widmet sich ein Verein in Florenz - nicht erst seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie.

Präsident Matteo Faglia sagt, "die Menschen bestellten eine Flasche oder ein Glas Wein. Als sie bezahlten, bekamen sie eine Schale mit etwas Essig zum Desinfizieren - damals das beste Mittel, um die Pest zu bekämpfen."

Etwa ein Viertel aller Lokale sind derzeit von der Schließung bedroht. Vielleicht könnte eine Idee aus der Vergangenheit ihre Zukunft retten.