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Covid-19 in der Schweiz: Es tobt Streit zwischen Regierung und Taskforce

Kontrolle von Corona-Regeln in Ski-Gebiet in der Schweiz
Kontrolle von Corona-Regeln in Ski-Gebiet in der Schweiz   -   Copyright  VALENTIN FLAURAUD/AP
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Nach dem Rücktritt des Epidemiologen Christian Althaus von der Universität Bern aus der Coronavirus-Taskforce der Schweizer Regierung geht der Streit zwischen Wissenschaftlern und Politikern weiter. Althaus erklärte seinen Schritt auch damit, dass die Politik in der Schweiz endlich lernen müsse, der Wissenschaft auf Augenhöhe zu begegnen. Der Epidemiologe hatte als einer der ersten vor dem Coronavirus gewarnt und wie viele seiner Kolleginnen und Kollegen in der Taskforce für einen Lockdown und härtere Maßnahmen in der Schweiz plädiert. Die Wissenschaftler meinen, die Fallzahlen müssten drastisch gesenkt werden. Anders als in Deutschland, Frankreich und Italien blieben vielerorts die eidgenössischen Skigebiete geöffnet.

Die 14-Tage-Inzidenz lag am 7. Januar 2021 schweizweit bei 518 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern. Am schlimmsten betroffen ist mit einer Inzidenz von 825 der Kanton Tessin. Insgesamt sind laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) 7 583 Covid-19-Patientinnen und -Patienten gestorben.

Derzeit überdenkt die Regierung stärkere Einschränkungen, eine Entscheidung sollte am Mittwoch fallen.

Schon zuvor hatte Epidemiologe Althaus beklagt, dass die Regierung nicht auf den Rat der Experten gehört, sich nicht für die wissenschaftliche Taskforce interessiert habe.

Der SVP-Abgeordnete Roger Köppel wirft Christian Althaus vor, der Mediziner überschreite seine Kompetenzen. Auf Twitter fragt Köppel polemisch: "Möchte er die Schweiz regieren?"

Die rechtspopulistische SVP richtet sich meist gegen die von Wissenschaftlern geforderten Corona-Einschränkungen. Zudem forderte die SVP am Wochenende die Ablösung von Gesundheitsminister Alain Berset wegen dessen vermeintlichem Versagen in der Corona-Krise.

Besonders die hochansteckende Variante des Coronavrus aus Großbritannien bereitet auch den Forschern in der Schweiz derzeit Sorge. Christian Althaus leitete auf Twitter die Information eines Kollegen weiter, dass B117 im Schweizer Abwasser schon am 9. Dezember nachgewiesen wurde - also deutlich vor den Informationen der britischen Behörden zur Virus-Mutante.