Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Ursprünge des Coronavirus: China lässt WHO-Experten zur Untersuchung ins Land

Arbeiter in Schutzanzügen passieren den Bahnhof Hankou (Wuhan) in der zentralchinesischen Provinz, 7.4.2020 Hubei, am Tag vor der Wiederaufnahme des Verkehrs,
Arbeiter in Schutzanzügen passieren den Bahnhof Hankou (Wuhan) in der zentralchinesischen Provinz, 7.4.2020 Hubei, am Tag vor der Wiederaufnahme des Verkehrs,   -   Copyright  Ng Han Guan/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
Schriftgrösse Aa Aa

Ein Expertenteam der WHO darf nun doch nach China einreisen. Das Team will gemeinsam mit chinesischen Wissenschaftlern nach den Ursprüngen des Coronavirus suchen. Bis zuletzt war unklar, ob China die Einreise erlauben würde. Bislang war die Untersuchung einer unabhängigen, internationalen Mission von China blockiert worden.

Erst in Quarantäne, dann Neujahrsfest

Die Experten, darunter auch Epidemiologe Fabian Leendertz vom Robert-Koch-Institut (RKI), müssen nach ihrer Ankunft zunächst in eine zweiwöchige Quarantäne, bevor sie überhaupt ihre Arbeit aufnehmen können. Ebenso ist unklar, ob sie überhaupt nach Wuhan reisen dürfen. Dort war im Dezember 2019 erstmals das neue Coronavirus aufgetreten.

"Wir gehen davon aus, dass wir da anfangen, wo die solidesten Beweise vorliegen - und das ist immer noch dieser Markt und Wuhan selbst", sagt Leendertz, und weiter: "Wir alle wissen, dass es wahrscheinlich nicht da angefangen hat."

Denn nicht alle der ersten Infektionen wurden auf den Huanan-Markt in Wuhan zurückgeführt. Doch im Bereich der Wildtierstände wurden besonders viele Spuren des Coronavirus gefunden. "Es gibt den starken Verdacht, dass die Epidemie mit dem Wildtierhandel zusammenhängt", schrieb Ende Januar Chinas Staatsagentur Xinhua. Kurz darauf verbot die Regierung das oft schmutzige Geschäft mit wilden Tieren, die in China als Delikatessen verzehrt werden.

Von dem Markt wollen sich die WHO-Experten in der Zeit zurückarbeiten. "Wir werden jetzt nicht irgendwie nach China fliegen, da unsere Superhelden-Anzüge anziehen, ein paar Fledermäuse einfangen und anfangen, den Markt abzustreichen und durch Krankenhäuser zu flitzen", sagt Leendertz. Es gehe vielmehr darum, mit den chinesischen Kollegen zu schauen, welche Spuren noch verfolgt werden sollten.

Politisch brisante Mission

Die Mission ist zudem politisch brisant, da sich das Land mit dem Vorwurf konfrontiert sieht, anfangs nicht genug gegen die Ausbreitung des Virus unternommen zu haben. Zuletzt hatte es immer wieder Berichte aus China gegeben, die darauf verwiesen, dass das Virus gar nicht aus China stamme, sondern es bereits vorher Infektionen in anderen Ländern gegeben habe.

"Auch wenn China als erster das Coronavirus berichtet hat, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass das Virus auch aus China stammt", hatte Außenamtssprecher Zhao Lijian beispielsweise gesagt.

Gefundene Virusspuren auf importierten Waren waren ebenfalls genutzt worden, um auf eine eingeschleppte Infektion zu verweisen. Experten vermuten allerdings, dass das Virus erstmals in Südchina auftrat und von Fledermäusen übertragen wurde.

Viel Zeit bleibt dem WHO-Team nicht. Bereits am 12. Februar beginnt das chinesische Neujahrsfest, zu dem viele Chinesen in ihre Heimatdörfer reisen und Institute und Geschäfte schließen.