Eilmeldung
This content is not available in your region

Wer ist Li-Meng Yan, die sagt, Corona sei aus dem Labor in Wuhan?

Labor in Wuhan
Labor in Wuhan   -   Copyright  AP/Chinatopix
Schriftgrösse Aa Aa

Die Theorie, die Li-Meng Yan verbreitet, ist in den vergangenen Monaten immer wieder aufgetaucht: das Coronavirus sei nicht auf einem Markt für Wildtiere in Wuhan aufgetaucht, sondern stamme aus einem Labor der chinesischen Stadt.

Die Forscherin der Hong Kong School of Public Health (HKU) sieht sich selbst als Whistleblowerin, die gegen die Regierung in Peking kämpft und weil sie um ihre Sicherheit fürchtete, im April in die USA fliehen musste. Das erklärte Li-Meng Yan auch am 11. September beim britischen Sender ITV im Programm "Loose Women".

Allerdings hat ITV auch mit dem ehemaligen Professor von Li-Meng Yan gesprochen, der sagt: "Dr. Yan war eine Postdoc-Stipendiatin in meinem Labor. Ihre Forschung hatte nichts mit der Übertragung von Mensch zu Mensch zu tun. Alle etablierten Wissenschaftler haben keine soliden Beweise dafür gefunden, dass SARS-CoV-2 von Menschen gemacht wurde."

Am 16. September ist Li-Meng Yan beim US-TV-Sender FOX NEWS interviewt worden. Dort behauptete die Wissenschaftlerin im Gespräch mit Tucker Carlson, sie könne beweisen, dass das Coronavirus aus dem Labor stamme.

Bald mehr Beweise?

Die Beweise hat Li-Meng Yan zusammen mit anderen im Internet auf OpenAire veröffentlicht. Darin heißt es, aufgrund seiner biologischen Beschaffenheit es sei unmöglich, dass das Coronavirus von Tieren auf den Menschen übertragen worden sei. Sie gingen von einer "synthetischen Erschaffung im Labor" aus und wollten bald weitere Beweise vorlegen.

Viele Wissenschaftler meinen zu dem veröffentlichten Pre-Print, dass darin vor allem Fragen aufgeworfen, aber keine wissenschaftlichen Beweise vorgelegt würden.

Einige Forscher bezeichnen den Artikel als "bizarr und ohne Grundlage". Zudem sei das Forschungsinstitut, das hinter der Studie stehe, bis zu seiner Anklage von Steve Bannon geleitet worden. Der ehemalige Trump Berater war Ende August wegen Betrugsverdachts festgenommen worden.

Verbindungen zu Donald Trump?

Inzwischen gibt es mehr und mehr Medienberichte zu den Verbindungen von Li-Meng Yan mit Persönlichkeiten, die dem US-Präsidenten nahestehen. So ist ein Foto aufgetaucht, auf dem die Frau zusammen mit Trumps Anwalt Rudy Giuliani zu sehen ist.

Dieses Bild hat auch die Schweizer Zeitung "Blick" veröffentlicht. Das Blatt fragt, ob die chinesische Forscherin eine Handlangerin Trumps sei.

Ripper, Kirsten/
Screenshot "Blick.ch"Ripper, Kirsten/

Die französische Zeitung "Libération" berichtet, dass Li-Meng Yan bereits im Januar auf dem YouTube-Kanal "Lu de she" ihre Hypothese verkündet hatte. Dieser Kanal soll dem chinesischen Milliardär Guo Wengui nahestehen, der ein enger Freund des ehemaligen Trump-Beraters Steve Bannon ist.

Donald Trump hatte mehrmals die These verbreitet, das Coronavirus sei von Chinesen geschaffen worden. Der US-Präsident hatte auch immer wieder vom "chinesischen Virus" gesprochen und Schadenersatz von der Regierung in Peking verlangt.