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Ist deutsche Schweinshaxe schuld an Corona-Fall in China?

Perfect Schweinshaxe (Bavarian grilled pork knuckle) at the "Hofbräuhaus" restaurant in Chiang Mai, Thailand
Perfect Schweinshaxe (Bavarian grilled pork knuckle) at the "Hofbräuhaus" restaurant in Chiang Mai, Thailand   -   Copyright  Takeaway (eigenes Werk), CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
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Ist eine Schweinshaxe aus Bremerhaven schuld an einem neuen Corona-Fall in China? Das jedenfalls behaupten chinesische Staatsmedien. Ein Mitarbeiter eines Kühlhauses in Tianjin soll sich dort bei der Arbeit angesteckt haben. Dem Bericht zufolge wurden auf der Verpackung des Schweinefleisches Spuren des Corona-Virus nachgewiesen. Das Schweinefleisch war per Schiff aus Bremen nach China gelangt. Bereits am 19. Oktober kam die Ladung in der ostchinesischen Stadt an. Danach erfolgte der Weitertransport nach Dezhou.

Nach dem Bekanntwerden des Falls in China wurden acht Mitarbeiter im Umkreis des infizierten Mannes unter Quarantäne gestellt. Man wolle nun wieder stärker kontrollieren. In China hat es nach Angaben der Regierung in der letzten Zeit kaum noch Neuinfektionen gegeben.

Importierte Lebensmittel als Ursache für Neuinfektionen?

Hin und wieder hat es lokal beschränkte Ausbrüche gegeben, denen, nach dem Bekanntwerden mit sehr strengen Restriktionen ein Riegel vorgeschoben wird. Inzwischen hat das Land schon mehrmals behauptet, dass der Grund für die Neuausbrüche importierte Lebensmittel, bzw. deren Verpackungen, waren.

Im Falle der deutschen Schweinshaxe tappen die zuständigen Behörden im Dunkeln. Denn in Bremen gibt es keinen Schweineschlachthof und auch keinen Zerlegungsbetrieb. Ein Senatssprecher aus Bremen erklärte, dass es auch keine Firma gebe, die Schweineteile verpacke und eine Exporterlaubnis besitze. Die verschiffte Schweinekeule muss also aus einem anderen Bundesland stammen, bevor sie möglicherweise von Deutschland aus exportiert wurde.

Kein Export nach China wegen Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland

Interessant zudem die Tatsache, dass China nach dem Bekanntwerden eines Falls der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland bereits am 12. September ein Importverbot für deutsches Schweinefleisch verhängt hatte. Außerhalb der EU ist China der größte Abnehmer für deutsches Schweinefleisch.

Das deutsche Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft hält eine derartige Infektion für "unwahrscheinlich". Ein Ministeriumssprecher erklärte: "Laut unserem zuständigen Ressortforschungsinstitut – dem Bundesinstitut für Risikobewertung – sind bislang nach wie vor keine Infektionen mit Sars-CoV-2 über den Verzehr von Fleischwaren oder Kontakt mit kontaminierten Fleischprodukten oder Oberflächen bekannt."

Unhygienische Bedingungen beim Handling der Ware?

Das Institut hat hingegen bestätigt, dass das Corona-Virus unter Gefrier-Bedingungen und in Dunkelheit für mehrere Wochen infektiös bleiben kann. Deswegen könne ein solcher Fall nicht komplett ausgeschlossen werden. Generell müssten dazu weitere Faktoren wie unhygienische Bedingungen bei der Verpackung und beim Handling der Ware in Betracht gezogen werden. Eine Infektion über den Verzehr von Fleisch oder den Kontakt mit kontaminierten Fleischprodukten sie jedoch nicht bekannt.

"Als wichtigster Übertragungsweg des Sars-CoV-2 wird generell die Übertragung über den Atmungstrakt mittels Tröpfchen oder Aerosolen in der Luft angesehen", sagte der Sprecher des Bundesinstituts für Risikobewertung Sprecher Jürgen Thier-Kundke.