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Urgroßvater muss strenger sein: Unterricht in den eigenen vier Wänden

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Schulunterricht zu Hause
Schulunterricht zu Hause   -   Copyright  AFP (Videostandbild)
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Marzahn-Hellersdorf gehöre zu den sozial besonders belasteten Bezirken Berlins, heißt es in einer Erhebung über die Lage von Kindern und Jugendlichen in der deutschen Hauptstadt. Das Aufrechterhalten des Schulunterrichts in Zeiten der Coronavirus-Pandemie kommt in vielen Familien einer großen Herausforderung gleicht, berichtet Bernd Siggelkow, Pastor und Gründer des christlichen Kinder- und Jugendwerkes „Die Arche“.

„Wir haben vielen Alleinerziehende, die haben drei, vier Kinder. Die gehen in unterschiedliche Grundschulklassen, müssten sich dann wirklich mit allem belesen, können das häufig nicht, sind damit überfordert. Die Kinder haben dann natürlich auch keine Ansprechpartner, weil sie eben in der Schule den Lehrer nicht unbedingt erreichen können“, so Siggelkow.

Nicht alle haben das Glück, einen Aushilfslehrer in der eigenen Familie zu haben. Gerd Kumbier ist 81 Jahre alt, war früher Elektriker. Er betreut seine sieben und neun Jahre alten Urenkelinnen.

Da sind Rechenaufgaben, da musste ich mich erst reinfummeln
Gerd Kumbier
Aushilfslehrer

„Da sind Rechenaufgaben, da musste ich mich erst reinfummeln, wie ist die denn überhaupt zu lösen, die Aufgabe. Und dann, als ich dann dachte, ich habe es begriffen, ihr das vermitteln. (...) Wir hatten eine Sache zu erledigen und auf dem Rückweg sagte Leyla zu mir: ‚Weißt du es ist schade, dass die Schule zu ist. Fehlt mir doch.‘ Da war ich ein bisschen erstaunt."

Und wie finden die Mädchen den Uropa als Lehrer? Nicht so gut, meint die neunjährige Leyla: „Er ist viel zu schlecht als Lehrer“, sagt sie und lacht. Ein „richtiger“ Lehrer sei viel strenger.