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Vom Trainer verführt: Film über sexuelle Belästigung im Sport

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"Salom", Pressephoto
"Salom", Pressephoto   -   Copyright  Mille et Une Production
Von Frédéric Ponsard  & Anja Bencze
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Sexuelle Belästigung im Leistungssport war lange Zeit ein Tabuthema und wird vielerorts gerade erst in Folge der #MeToo-Bewegung aufgearbeitet. Betroffene wagen sich nur zögerlich zu Wort.

Die Französin Charlène Favier tut es in ihrem Debüt-Film "Salom", basierend auf eigenen Erlebnissen, über ein Nachwuchstalent im französischen Skisport, das sich einem übergriffigen Trainer ausgesetzt sieht.

"Ziel dieses Films war, endlich einmal die Beziehung zwischen einem Trainer und dem ihn anvertrauten Sportler zu beleuchten, mit all ihren Ambivalenzen und Widersprüchen, ohne zu karikieren oder Partei zu ergreifen. Sondern um zu zeigen, wie die Einflussnahme immer stärker wird. Die Hauptfigur des Films möchte das nicht, aber mit 15 ist es schwer zu sagen, was man will."

Acht Jahre brauchte Charlène Favier um ihr Filmprojekt umzusetzen. "Slalom" hatte es in die Offizielle Auswahl der Filmfestspiele von Cannes 2020 geschafft, aber dann fiel das Festival wegen der Coronakrise aus.

Wie konnte das passieren?

"Ich wollte unbedingt, dass dieser Film den Zuschauer auf der Gefühlsebene anspricht. Ich denke, dass das ein sehr guter Weg ist, um ihn in die Geschichte einzubeziehen. Ich wollte keinen analytischen Diskurs führen, auch nicht über meine Figuren urteilen.

Ich wollte, dass wir das fühlen, was sie erlebt, und dass wir uns am Ende des Films eine ganz einfache Frage stellen: Wie konnte das passieren? Damit endlich darüber gesprochen wird, sich die Leute ohne Angst zu Wort melden, das war wirklich die Idee des Films."

"Slalom" war auf mehreren Festivals zu sehen und soll so bald wie möglich auf die Leinwände kommen, sobald die Kinos in Europas wieder öffnen.