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Festival Lumière: Brüdergeschichten

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Festival Lumière: Brüdergeschichten
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Doppelte Freude über den Prix Lumière: Die Dardenne-Brüder Jean-Pierre und Luc wurden in der französischen Stadt Lyon mit dem Filmpreis ausgezeichnet, der ganz passend ebenfalls nach einem Brüderpaar benannt ist: Auguste und Louis Lumière.

Schauspielerin Émilie Dequenne gratulierte den Preisträgern mit einer kleinen Hommage: „Es ist offensichtlich: Mit einer Identität wie jener der Lumière-Brüder schaffen sie einzigartiges Kino. Das Licht sei mit den Brüdern!"

Bereits zweimal gewannen die belgischen Brüder Dardenne die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes - und nun der Preis in einer Stadt, die einen festen Platz in der Filmgeschichte hat.

Die Brüder Lumière, die als entscheidende Wegbereiter der Filmtechnik gelten, sind die Namenspaten der Auszeichnung, die in vergangenen Jahren bereits an einige Größen der Leinwandkunst, darunter Pedro Almodóvar, Quentin Tarantino oder 2019 Francis Ford Coppola ging. Aber ein Brüderpaar war bislang nicht unter den Preisträgern.

„Eine kleine Verbindung zwischen den Lumière-Brüdern und uns"

„Dieser Preis wurde uns in Lyon überreicht: Dort, wo das Kino erfunden worden ist. Er wird vom Lumière-Institut vergeben", so Jean-Pierre Dardenne. „Auch die Lumières waren zwei Brüder: Das sprach wohl für uns, schließlich sind wir ebenfalls zwei Brüder. Man kommt also nicht umhin, daran zu denken, dass es hier eine kleine Verbindung zwischen den Lumière-Brüdern und uns gibt", findet er.

Luc Dardenne: „Das Tolle an dem Preis ist: Er ist einzigartig, man kann ihn nicht zweimal erhalten. Andere Preise kann man zweimal bekommen, aber nicht den Prix Lumière."

Das belgische Brüderpaar beschäftigt sich in seinen Filmen mit Vorliebe mit dem Alltag, mit der Entwicklung des Zusammenlebens und Problemen der Bevölkerung - ihre Helden sind oft gar keine, sondern Alltagsgestalten mit Sorgen.

Druk-Macher Vinterberg: Lob für den Veranstalter

Auch der dänische Film Druk gehörte zu den in Lyon gezeigten Werken. Erschaffen hat ihn Regisseur Thomas Vinterberg. Es geht ums Trinken, um Alkohol - viele Filmkritiker überhäufen Vinterbergs Werk mit Lob.

„Diese Filmfestspiele sind in der jetzigen Zeit besonders wichtig, denn viele Menschen bleiben auf ihren Sofas sitzen. Veranstalter Thierry Frémaux kämpft dafür, die Leute in die Lichtspielhäuser zurückzuholen, um dieses Erlebnis in der Dunkelheit gemeinsam zu begehen. Nirgendwo sonst ist es passender als hier in der Lumière-Stadt, wo alles begann", sagt Vinterberg.

Nachwuchs-Filmemacherin Favier fährt Slalom

Lyon ist in Sachen Filmemacherei geschichtsträchtig, versteht sich aber auch in Nachwuchsförderung.

Regisseurin Charlène Favier hat den Film Slalom geschaffen und war äußerst erfreut, dass dieser in Lyon lief. „Welch eine Freude, den Anruf von Thierry Frémaux zu bekommen, der mir mitteilte, dass der Film zum Programm gehört. Für ein Erstlingswerk ist das völlig verrückt. Das gibt uns diesen kleinen Stempelabdruck, der uns ein bisschen mehr an Daseinsberechtigung verschafft", so Favier.

Mit ihrem Film Slalom arbeitet sie auch einen Teil ihrer eigenen Lebensgeschichte auf, betont aber, dass das Werk nicht autobiographisch sei. Es geht um Missbrauch im Jugendleistungssport.

Wie es die Tradition verlangt, drehten die Dardenne-Brüder in Lyon die Neuauflage einer Filmszene aus dem ersten Werk der Lumières: Auf ihre Weise und zeitgenössisch.

Viel Wissenswertes über das Festival Lumière erfahren Sie unter http://www.festival-lumiere.org/