Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Neuanfang? Gespräche im Erdgasstreit stehen kurz bevor

Von euronews
euronews_icons_loading
"Lieber Heiko", "lieber Mevlüt": Die Stimmung beim Treffen der Außenminister in Ankara war betont herzlich
"Lieber Heiko", "lieber Mevlüt": Die Stimmung beim Treffen der Außenminister in Ankara war betont herzlich   -   Copyright  AP/Turkish Foreign Ministry
Schriftgrösse Aa Aa

Im griechisch-türkischen Streit um Erdgasvorkommen im Mittelmeer wird eine mögliche Entspannung konkret: Die beiden Länder wollen am 25. Januar erstmals seit 2016 wieder Gespräche über eine Lösung des Konflikts führen.

Der griechichische Regierungschef gab sich gegenüber Mitgliedern seiner Partei verhalten optimistisch: "Wir gehen an die Wiederaufnahme von Sondierungsgesprächen einerseits mit Vertrauen in internationales Recht und andererseits haben wir durch unser Verteidigungssystem Sicherheit", so Kyriakos Mitsotakis. "Wir wissen, dass die Abgrenzung der Seegebiete in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer für Spannungen mit unserem Nachbar sorgt. Es wird sich zeigen, ob unsere Hoffnungen erfüllt werden, wir gehen ohne große Illusionen in die Gespräche."

Maas in Ankara: Gespräch war "freundschaftlich und konstruktiv"

Die Türkei hatte sich zuletzt offen für eine friedliche Lösung und für die Verbesserung des Verhältnisses mit der EU gezeigt. Er hoffe auf einen Neuanfang, so der deutsche Außenminister Heiko Maas bei einem Besuch in Ankara. Man wolle die Beziehungen zwischen Deutschland und der EU zur Türkei "nachhaltig in eine konstruktive nach vorne gerichtete Entwicklung bringen." Das habe man mit einem "sehr freundschaftlichen und konstruktiven Gespräch" begonnen.

Sein türkischer Amtskollege Mevlüt Cavusoglu sprach von einer positiven Atmosphäre. Er sagte aber auch, dass Griechenland leider weiterhin durch seine ständigen Militärübungen in dem umstrittenen Gebiet provoziere.

Zudem kritisierte er kürzliche Äußerungen des Erzbischofs von Athen als islamfeindlich. Dieser hatte in einem Interview gesagt, der Islam sei keine Religion sondern eine politische Bewegung und Muslime seien Menschen des Krieges.

Der Streit um die türkische Erdgaserkundungen mit dem EU-Mitglied Griechenland hatte die Spannungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union im vergangenen Jahr verschärft, so dass Brüssel im Dezember Sanktionen gegen Ankara beschloss.