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Deutschland verhängt ab Samstag Einreisesperre für Corona-Mutationsgebiete

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Schaufensterpuppe mit Maske in Duisburg.
Schaufensterpuppe mit Maske in Duisburg.   -   Copyright  Martin Meissner/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.
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Zahlen sinken, dennoch stecken sich zu viele an

Der Chef des Robert Koch-Instituts warnt: Es dürfe keine frühen Lockerungen der Corona-Beschränkungen geben, so Lothar Wieler. Man sei auf einem guten Weg, aber den müsse man "weiter konsequent bestreiten".

Die 7-Tages-Inzidenz war am Donnerstag erstmals unter 100 gesunken. Aber sie sei nur in den am stärksten betroffenen Ländern Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen gesunken. In den anderen zwölf Ländern sei die Inzidenz nahezu gleich geblieben - in manchen Landkreisen sogar gestiegen. Tatsächlich steckten sich immer noch zu viele Menschen an, so Wieler.

Eine Sorge treibt das RKI besonders um: die neuen und vermutlich ansteckenderen Mutationen. Ob sie gefährlicher sind und ob bereits mit Corona infizierte Menschen immun gegen die neuen Varianten seien, sei noch unbekannt und werde international erst erforscht. Wieler warnte, eine weitere Verbreitung der Varianten würde die Infektionslage in kurzer Zeit wohl deutlich verschlimmern.

Suche nach Mutationen in Deutschland läuft schleppend

Tatsächlich läuft die Suche nach Virusmutationen, die sogenannte Sequenzierung, Medienberichten zufolge viel zu langsam. Laut Süddeutscher Zeitung ist bisher nicht einmal ein Prozent der positiven Proben sequenziert worden. Laut der Regierung sollen es mehr sein.

Gesundheitsminister Jens Spahn sagte, die sinkenden Zahlen seien ermutigend, reichten aber nicht aus. Inzwischen hätten 2,2 Prozent der Bevölkerung ihre Erstimpfung erhalten.

Unterdessen haben sich die EU-Staaten auf verschärfte Einreise-Empfehlungen geeinigt. So sollen Menschen, die aus Hochrisikogebieten kommen, sich schon vor der Abreise einem Corona-Test unterziehen und bei der Ankunft isolieren.

Deutschland verschärft Einreisebestimmungen

Deutschland reicht das nicht aus: Für Länder, in denen sich besonders ansteckende Varianten des Coronavirus stark ausgebreitet haben, gilt ab Samstag eine weitreichende Einreisesperre. Das Kabinett beschloss am Freitag ein Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schiffsunternehmen bis zum 17. Februar, das aber zahlreiche Ausnahmen unter anderem für alle Deutschen und in Deutschland lebenden Ausländer sowie für Transitpassagiere und den Warenverkehr vorsieht, wie das Bundesinnenministerium der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage bestätigte.

Betroffen sind zunächst Großbritannien, Irland, Portugal, Südafrika und Brasilien, ab Sonntag auch die kleinen afrikanischen Staaten Lesotho und Estwani.Und auch Österreich will die Regeln für Einreisende verschärfen. So sind etwa verpflichtende Tests für Pendler vorgesehen.

Sie müssten demnach ein ärztliches Zeugnis oder einen Testnachweis, der nicht älter als 72 Stunden ist, an der Grenze vorlegen. Dem Vernehmen nach ist der Rhythmus der Nachweispflicht noch unklar. Eine tägliche Attest-Vorlage gilt als unwahrscheinlich. Die Maßnahme soll in frühestens einer Woche in Kraft treten.