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Einen Tag öffnen aus Protest: Restaurantbetreiber rebellieren

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Einen Tag öffnen aus Protest: Restaurantbetreiber rebellieren
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Musik, offene Türen und Mittagstisch für 40 Personen - ein ziemlich ungewöhnlicher Anblick . Ganz bewusst hatte ChefKoch Philippe Vieira an diesem Montag sein Restaurant in Villeurbanne bei Lyon geöffnet, aus Protest gegen die seit Monaten andauernde Schließung der Gastronomiebetriebe in Frankreich.

Rund 320 Restaurantbetreiber im ganzen Land waren dem Aufruf eines Chefkochs in Besançon gefolgt und hatten angekündigt, einen Tag lang dem Öffnungsverbot zu trotzen.

Schon am Morgen hatte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire mit der Streichung der monatlichen Hilfsgelder und der Zwangsschließung im Wiederholungsfall gedroht.

Letztlich saß bei Philippe Vieira kein einziger Gast am Tisch. Umsonst habe er gekocht, aber nicht vergebens, sagt er. Sein Protest sei in aller Munde - und das Essen werde gratis an treue Kunden verteilt.

"Sollte ich öffnen, käme sofort die Polizei"

"Ziel des Tages war, das Restaurant. zu öffnen. Aber unser Minister hat ziemlich deutlich klar gemacht, welche Sanktionen drohen. Ich brauche den Solidaritätsfonds unbedingt, um über die Runden zu kommen und will auf keinenFall in einen Konflikt geraten.

Sollte ich öffnen, käme sofort die Polizei und alle meine Kunden würdenmit einem Bußgeld belegt. Das war nicht mein Ziel. sondern die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Und ich denke, dass das mir und anderen Kollegen an diesem außergewöhnlichen Tag gelungen ist."

"Sie wollen uns belehren"

Mit einem DJ vor der Tür wollte Philippe Vieira zudem den ebenfalls lahm gelegten Unterhaltungssektor unterstützen. "Wir habe nicht genug Impfdosen, aber sie wollen uns belehren, klagt eine Stammkundin des Restaurants, die gekommen ist, um ihre Soldiarität zu bekunden. "Wir dürfen weder ins Restaurant, noch dies oder das tun. Aber ich finde nicht, dass Regierung sehr gut daran tut, uns belehren zu wollen."

"Ironischerweise befindet sich das Restaurant gleich neben der Polizeistation", berichtet Euronews-Reporterin Laurence Alexandrowicz. "Der Besitzer des Restaurants konnte sich direkt beim Unterpräfekten der Region Auvergne-Rhône-Alpes Gehör verschaffen."

Strafen wurden an diesem Protesttag letzlich nicht verhängt, sondern der Dialog gesucht. Ein Ausweg ist dennoch nicht in Sicht.

Branchverteter fordern zumindest die Öffnung der Terrassen. Viele, die am Rande des Bankrotts stehen, befürchten, dass die Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit nicht vor Mai oder Juni möglich sein wird.