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Querdenker als Covid-19-Superspreader: Wie viele wurden angesteckt?

Protest gegen die Corona-Regeln am 18. November 2020 in Berlin
Protest gegen die Corona-Regeln am 18. November 2020 in Berlin   -   Copyright  Michael Sohn/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Bei den Protesten mit zehntausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern gegen die Corona-Regeln im November 2020 in Leipzig und Berlin trug kaum jemand eine Maske, Abstand wurde ganz bewusst nicht eingehalten. Wissenschaftler:innen des ZEW Mannheim und der Humboldt Universität Berlin haben untersucht, wie viele Infektionen mit dem Coronavirus auf diese "Querdenker"-Demonstrationen zurückgeführt werden können.

Untersucht hat die Studie das Infektionsgeschehen in Landkreisen, aus denen viele Demonstrantinnen und Demonstranten in Bussen zu den Protesten am 7. November 2020 in Leipzig und am 18. November 2020 in Berlin angereist waren.

Zwischen 16.000 und 21.000 Infektionen hätten verhindert werden können

Die Forscher:innen schätzen, dass bis Weihnachten zwischen 16.000 und 21.000 Coronavirus-Infektionen verhindert worden wären, wenn die beiden großen "Querdenker"-Kundgebungen in Leipzig in und Berlin nicht stattgefunden hätten.

Co-Autor der Untersuchung ist Dr. Martin Lange. Er sagt: "Die Studie zeigt, dass solche großen Demonstrationen, wo Leute sich teilweise nicht an den Infektionsschutz halten, als Superspreader-Event fungieren können."

Besonders der Protest in der Innenstadt von Leipzig war schon im Vorfeld umstritten.

Weil die Demonstrierenden den Aufforderungen der Polizei, die Kundgebung zu verlassen, nicht nachkamen, wurden bei dem Superspreader-Event in Berlin am 18. November 2020 auch Wasserwerfer eingesetzt.

Dr. Martin Lange vom ZEW Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim meint: "Eine mobile Minderheit, die sich nicht an geltende Hygieneregeln hält, kann so ein erhebliches Risiko für andere Personen darstellen."

Der SWR hat ein Interview zu der Studie mit Martin Lange geführt, das Sie hier anhören können.

Viele Demonstrierende waren mit dem Bus-Netzwerk "Honk for Hope" zu den Protesten gefahren. Schwerpunkte, aus denen sogenannte "Querdenker" kamen, waren der Süden von Sachsen, der Norden von Bayern und der Osten von Thüringen.