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"Schrei nach Hilfe": Athens Gastronomen geben ihre Schlüssel ab

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Auf dem Syntagma-Platz gegenüber des Parlaments werden die Schlüssel der Lokale zentral gesammelt
Auf dem Syntagma-Platz gegenüber des Parlaments werden die Schlüssel der Lokale zentral gesammelt   -   Copyright  ΟΡΕΣΤΗΣ ΠΑΝΑΓΙΩΤΟΥ/ 2021 ΑΘΗΝΑΙΚΟ-ΜΑΚΕΔΟΝΙΚΟ ΠΡΑΚΤΟΡΕΙΟ ΕΙΔΗΣΕΩΝ
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Yiannis Kouzoupis ist es nicht gewohnt, allein in seinem leeren Restaurant zu sein. Sein Betrieb ist seit vergangenem November geschlossen.

Der neue Lockdown in Athen bedeutet, dass es lange dauern wird, bis er seine Kundschaft wieder begrüßen kann.

Die Situation sei dramatisch, meint er: "Ich und meine Kollegen sind verzweifelt. Das ist eine Sackgasse. Wir sind seit mehreren Monaten geschlossen, wir haben die Weihnachtszeit verloren. Trotzdem haben wir viele Verpflichtungen und müssen hohe Mieten zahlen. Wie sollen wir von unseren Schulden runterkommen? Jeder von uns muss das, was er schuldet, wenn überhaupt, bis März 2020 bezahlen. Für das, was danach kommt, tragen wir keine Verantwortung."

Kollektive Schlüsselabgabe

Der 67-jährige Gastronom folgte einem Aufruf des Verbandes der Restaurantbesitzer, steckte seine Schlüssel in einen Umschlag und übergab ihn dem Vorstand.

In den kommenden Tagen werden die aus ganz Griechenland gesammelten Schlüssel an das Büro des Ministerpräsidenten übergeben. Die Restaurantbesitzer fordern einen Schuldenerlass und Mietzuschuss.

Auch Yiannis Kouzoupis trennte sich von seinem Schlüssel: "Wir haben die Schlüssel unserer Restaurants übergeben, weil wir gegen die neue Schließung protestieren wollen und weil wir eine starke Botschaft an die Regierung senden wollen. Wir brauchen sofortige Unterstützung."

"Schrei nach Hilfe"

Goerge Kavvathas ist der Präsident des Verbandes der Restaurantberufe und ähnlicher Berufe: "Dies ist ein aufrichtiger Schrei nach Hilfe. Restaurantbesitzer fühlen sich hilflos und haben Angst vor der Zukunft. 50 Prozent unserer Betriebe in ganz Griechenland sind von der endgültigen Schließung bedroht."

Nach Angaben des Verbandes wurden etwa 500 Schlüssel auf dem Syntagma-Platz, gegenüber dem Parlament, eingesammelt.

Euronews-Korrespondent Apostolos Staikos kommentierte in Athen: "Die griechischen Behörden behaupten auf der Basis wissenschaftlich erhobener Daten, dass Restaurants und Cafés Brutstätten der Übertragung sind. Deshalb sei ihre Öffnung nicht möglich. Die Regierung fügte hinzu, dass sie ihr Bestes tut, um die Unternehmen zu unterstützen, aber die öffentliche Gesundheit bleibt ihre oberste Priorität."