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Tausende protestieren in Griechenland gegen Campus-Polizei und Exmatrikulation von Langzeitstudenten

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Von Euronews mit AP, dpa
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Demonstranten in Athen.
Demonstranten in Athen.   -   Copyright  Thanassis Stavrakis/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Dritte Kundgebung in drei Wochen

Es ist das dritte Mal in drei Wochen, dass Studenten und Uniangestellte in Griechenland auf die Straße gehen, um gegen eine geplante Änderung des Hochschulgesetzes zu protestieren. Eigentlich sind solche Massenansammlungen derzeit in Griechenland wegen Corona verboten. Dennoch nahmen laut der Polizei am Ende rund 4000 Menschen in Athen daran teil. Auch in Thessaloniki gab es Proteste.

Eine Demonstrantin sagte gegenüber Euronews: "Universitäten könnten längst wieder offen sein, wenn die Regierung vergangenes Jahr entsprechende Maßnahmen ergriffen hätte. Es war die Entscheidung der Regierung, die Unis geschlossen zu lassen. Heute protestieren wir trotz des Verbots, um laut und deutlich zu sagen, dass wir wieder studieren wollen."

Wer lange studiert, soll gehen

Im Kern geht es bei den geplanten Neuerungen um eine Begrenzung der Studienzeit. Wer mehr als eineinhalbmal über der Regelstudienzeit liegt, soll künftig exmatrikuliert werden.

Griechische Medien schätzen, dass von dieser Maßnahme aktuell rund 235.000 Studenten betroffen sein könnten - und damit mehr als die 190.000, die sich noch in der Regelstudienzeit befinden, wie die Zeitung "Ta Nea" berichtete.

Ausnahmen sollen jedoch möglich sein, etwa wenn Betroffene nachweisen können, dass sie jede Woche viele Stunden damit verbringen, sich den Studien- und Lebensunterhalt zu verdienen.

Außerdem ist die Einführung einer Art Campus-Polizei vorgesehen. Begründet wird das mit häufigen Krawallen und Drogenkriminalität. Beamte sollen künftig überwachen, wer den Campus betritt, und dort für Ordnung sorgen.

"Regierung will Unileben kontrollieren"

Linke und kommunistische Studentenorganisationen werfen der konservativen griechischen Regierung vor, mit diesem Gesetz das Universitätsleben kontrollieren zu wollen.

Auch aus einem anderen Grund ist das Thema sensibel: 1973 schlug die damalige Militärjunta einen Studentenprotest an der Technischen Hochschule in Athen blutig nieder, mindestens 23 Menschen kamen ums Leben. Das Ereignis hallt bis heute nach.

Weitere Quellen • Ta Nea