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"Leben in der Hölle" - 500 Migranten warten in Calais auf England-Passage

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Ein wildes Camp in der Nähe vo´n Calais
Ein wildes Camp in der Nähe vo´n Calais   -   Copyright  AFP
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Gefrorene Zelte und verstopfte Wasserhähne nahe der nordfranzösischen Hafenstadt Calais. Die Migranten hier sprechen von "einem Leben in der Hölle" in behelfsmäßigen Lagern, während die Temperaturen sinken.

Aber einige von ihnen ziehen es immer noch vor, der Kälte zu trotzen, anstatt staatliche "Schutzräume" zu nutzen, um keine Chance zu verpassen, nach England zu gehen.

Babaladé ist ein somalischer Migrant, 31 Jahre alt, und mag beim Interview sein Gesicht nicht zeigen:_ "Ich schlafe in einem Zelt. Sogar das Zelt ist gefroren. Um es zu öffnen, musste ich es aufreißen, um herauszukommen, weil der Reißverschluss blockiert war."_

Die Behörden haben Notunterkünfte eröffnet, in denen die Migranten eine warme Mahlzeit und ein Bett für die Nacht bekommen können. Viele von ihnen bevorzugen es, draußen auszuharren, obwohl eine echte Perspektive dafür fehlt.

"Das System funktioniert nicht"

Lokale Nichtregierungsorganisationen wie Utopia56 beklagen, dass es nur wenige Informationen über die Menschen gibt und sie schwer zu erreichen sind.

Yann Manzi ist der Vizepräsident von Utopia56: "Was in Calais und Grande-Synthe passiert, ist ganz einfach beschämend. Sie lassen die Leute glauben, dass sie mit großem Tamtam bestimmte Zentren eröffnen. Zentren, in die die Migranten nicht gehen wollen, weil sie zu weit weg sind von den Grenzübergängen. Sie wollen nach England, wir haben uns dieses System seit Jahren angeschaut, und es funktioniert nicht".

Nach Angaben von Utopia 56 fristen derzeit etwa 500 Migranten ihr Dasein in der Region Grande-Synthe nordöstlich von Calais. Es scheint, dass selbst die bittere Kälte den Wunsch, es über den Kanal zu schaffen, nicht dämpfen kann.