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Parkplatz Europas? Italiens Salvini kritisiert Österreichs Grenzkontrollen

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Von Johannes Pleschberger
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Parkplatz Europas? Italiens Salvini kritisiert Österreichs Grenzkontrollen
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Der italienische Lega-Chef Matteo Salvini hat die österreichischen Grenzkontrollen am Brenner scharf kritisiert. Sie hatten am vergangenen Montag zu Verzögerungen und Staus geführt. "Unsere LKW-Fahrer verdienen klare Regeln, Respekt und gleiche Bedingungen", schrieb Salvini auf Facebook und kritisierte die "beschämenden kilometerlangen Staus am Brenner".

In einer Kettenreaktion hatte Österreich die verschärften Grenzkontrollen am Brenner als Reaktion auf die deutschen Einreisebeschränkungen in Kufstein eingeführt. Damit sollte verhindert werden, dass das Bundesland Tirol zu einem "Parkplatz" für Lkw-Transporte wird, die an der deutschen Grenze abgewiesen werden.

Nachdem Deutschland die Grenze zu Tirol für Nicht-Deutsche geschlossen hatte, gibt es nun doch einige Ausnahmen. Berufspendler in systemrelevanten Branchen dürfen mit Bescheinigung einreisen. Auch der bayerische Autobahnkorridor zwischen Tirol und Salzburg darf für Arbeit und Ausbildung benutzt werden. Nichtsdestotrotz, an der Tiroler und an der tschechischen Grenze wurde seit Montagmorgen jeder zweite zurückgewiesen.

Rainer Scharf von der Polizei Rosenheim erklärt, dass man verhindern möchte, dass diese Corona-Mutation nach Deutschland überschwappt. LKW-Fahrer dürfen die Grenze zwar passieren, aber nur mit 48-Stunden altem Corona-Test. Wer den nicht hat, kann sich direkt am Grenzübergang testen lassen.

Gleich zwei negative Corona-Tests vorzuweisen

"Ich bin vorne an der Grenzstation angehalten worden, hab meinen Ausweis abgegeben. Er hat gesagt ich muss mich testen lassen. Und dann kann ich meinen Ausweis wieder holen, wenn der Test negativ ist. Ja, logisch. Ich gehe mal davon aus", erklärt einer der LKW-Fahrer.

Auf Europas wichtigster Nord-Süd-Transitroute müssen LKW-Fahrer nun gleich zwei Mal einen negativen PCR-Test vorweisen. Am Brenner und in Kufstein.

In Tirol herrscht unterdessen Ernüchterung. Von allen Seiten gibt es immer strengere Grenzkontrollen und auch einige Skigebiete schließen wieder.

Corona-Tests mittlerweile schon an Autobahnraststätten

Dabei ist die Lage laut der Landesregierung gar nicht so kritisch. Ingrid Felipe, Landeshauptmann-Stellvertreterin aus Tirol erklärt:

"Die Mutationsverdachtsfälle der südafrikanischen Variante nehmen ab, leider gibt es immer noch den einen oder anderen, aber sie sind rückläufig. (...) Ich würde jedem LKW-Fahrer empfehlen, auch weil sich weitere Virus-Varianten-Gebiete Richtung Frankreich abzeichnen, immer einen aktuellen Covid-Test mitzuführen, einen negativen, den man teilweise mittlerweile schon an den Autobahnraststätten oder ähnlichem machen kann."

"Mithilfe von mobilen Autobahnteststationen ist es den Behörden in Österreich und Italien vorerst gelungen, einen Mega-Stau auf Europas wichtigster Nord-Süd-Verbindung zu verhindern. Die Tiroler:innen hoffen unterdessen, dass die Grenzen zu ihrem Bundesland bald wieder öffnen", kommentiert Johannes Pleschberger, der für Euronews vor Ort ist.