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70.045 Corona-Tote in Deutschland - Bald AstraZeneca-Impfstoff für alle?

Beschäftigte eines Kindergartens in Thüringen wird mit AstraZeneca geimpft
Beschäftigte eines Kindergartens in Thüringen wird mit AstraZeneca geimpft   -   Copyright  Michael Reichel/(c) dpa-Zentralbild
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Die Zahl der Todesfälle durch Covid-19 in Deutschland hat die symbolische Marke von 70.000 überschritten. Das Robert Koch-Institut meldet an diesem Sonntag 157 weitere Tote, insgesamt sind es damit 70.045. In Frankreich sind mehr als 84.000 Todesfälle durch Covid-19 registriert worden, in Italien mehr als 97.000, in Spanien mehr als 68.000.

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland bleibt gleich und liegt bei 63,8 pro 100.000 Einwohner. Die Zahl der Neuinfektionen ist mit 7.890 etwas höher als vor einer Woche.

Impfstoff von AstraZeneca allen anbieten?

In Interviews mit Sonntagszeitungen haben sowohl der Ministerpräsident von Baden-Württemberg Winfried Kretschmann als auch Markus Söder in Bayern erklärt, dass es besser sei, den Impfstoff von AstraZeneca allen, die geimpft werden wollen, anzubieten statt in ungenutzt liegen zu lassen.

"Bevor er liegen bleibt: impfen wer will. Es darf keine Dose von AstraZeneca übrig bleiben oder weggeschmissen werden. Denn jeder Geimpfte schützt sich und andere", sagte der bayrische Ministerpräsident in BILD AM SONNTAG.

In der WELT AM SONNTAG meinte der Grüne Winfried Kretschmann, dass es zwar wichtig sei, die Prioritätenliste einzuhalten: "Zugleich können wir es uns nicht leisten, dass Impfstoff herumsteht und nicht verimpft wird, weil Teile der Berechtigten ihn ablehnen. Dann müssen wir dieses strenge Regiment auflockern und Menschen impfen, die nach der Priorisierung noch nicht an der Reihe wären."

In Deutschland sind bisher mehr als 5,9 Millionen Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden.

Besonders beim Medizinpersonal wollten nicht alle Impfberechtigten der Priorität 1 mit dem Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens AstraZeneca geimpft werden. In Studien lag die Wirksamkeit leicht unter der der Impfstoffe von BioNTech-Pfizer und Moderna. Zudem wird AstraZeneca in Deutschland nur unter 65-Jährigen angeboten, weil - anders als in Großbritannien - die Daten der Tests zu älteren Menschen nicht für ausreichend erachtet worden waren.

Welche Lockerungen wann?

Am Mittwoch trifft Angela Merkel die Regierungschefinnen und -chefs der Bundesländer, um über Lockerungen des Lockdown zu beraten. So hatte Wirtschaftsminister Peter Altmaier für mögliche Öffnungen der Gastronomie nach Ostern plädiert.

Obwohl er davon ausgeht, dass Deutschland am Anfang einer dritten Verbreitungswelle der Corona-Pandemie steht, meinte auch der Coronavirus-Experte Christian Drosten im FAZ-Podcast, dass Lockerungen - wie sie in England geplant sind - sinnvoll seien. Boris Johnson habe gute Berater.

Die Sterblichkeit gehe schon jetzt auch in Deutschland zurück, meinte Drosten. Doch dass die Zahl der Neuinfektionen durch die Impfungen zurückgehe, das sei erst im Sommer oder im späten Sommer zu erwarten. Der "turning point" durch die Impfungen hängt natürlich davon ab, wieviel Impfstoff zur Verfügung steht.

Übrigens meinte Christian Drosten auch, dass der Vektorimpfstoff AstraZeneca besser sei als zunächst bekannt.