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Einigung vor Strafprozess: Millionen-Entschädigung für Familie von George Floyd

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Von Euronews mit AP, dpa
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Offizielle der Stadt Minneapolis und Hinterbliebene demonstrierten einen Schulterschluss bei der Verkündung des Vergleichs
Offizielle der Stadt Minneapolis und Hinterbliebene demonstrierten einen Schulterschluss bei der Verkündung des Vergleichs   -   Copyright  David Joles/AP
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Fast ein Jahr nach dem Tod von George Floyd haben sich die Hinterbliebenen des Afroamerikaners und die Stadt Minneapolis auf einen Vergleich geeinigt.

Die Angehörigen bekommen als Entschädigung eine Zahlung von 27 Millionen US-Dollar. Der Stadtrat billigte die Entscheidung nach Beratungen hinter verschlossenen Türen einstimmig.

Die Stadtratsvorsitzende von Minneapolis, Lisa Bender, trat nach der Entscheidung gemeinsam mit Angehörigen von George Floyd vor die Presse: "Wir wissen, dass kein Geldbetrag jemals den intensiven Schmerz und das Trauma lindern kann, die durch den Tod von George Floyd verursacht wurden. Das gilt für die Familie und so viele andere trauernde Menschen in unserer Gemeinde. Minneapolis hat sich durch diese Zeit der rassistischen Abrechnung grundlegend verändert."

George Floyds Bruder Philonise Floyd sagte tief bewegt: "Ich danke dem Staat Minnesota dafür, dass er sich um diesen Vergleich gekümmert hat. Auch wenn mein Bruder nicht hier ist, ist er in meinem Herzen hier, denn wenn ich ihn zurückbekommen könnte, würde ich all das zurückgeben."

Der Anwalt der Familie Floyd, Ben Crump, sprach von einer historischen Einigung, die die deutlich mache, dass Floyd etwas Besseres verdienst habe, als das, was an seinem Todestag passiert sei.

Jury-Besetzung: Eine Kandidatin weniger

Es ist noch offen, wie sich die außergerichtliche Einigung auf den Strafprozess oder die Geschworenen auswirken könnte, die jetzt für die Verhandlung zusammengestellt werden.

Nicht ausgeschlossen werden Ausschreitungen in Minneapolis, sollte der Hauptangeklagte Derek Chauvin freigesprochen werden. Das Gerichtsgebäude wurde bereits mit Betonbarrieren und Stacheldraht gesichert. Die Nationalgarde wird vor Beginn des Hauptverfahrens am 29. März mobilisiert.

Eine potenzielle Geschworene wurde am Freitag entlassen, nachdem sie zugegeben hatte, eine negative Meinung über den Angeklagten Chauvin zu haben.

Chauvin und drei weitere Polizisten wurden bereits aus dem Dienst entlassen. Das Trio muss sich im August in einem separaten Prozess verantworten. Chauvin wird unter anderem Mord zweiten Grades ohne Vorsatz angelastet. Darauf stehen bis zu 40 Jahre Haft. Auch seinen Kollegen drohen langjährige Gefängnissstrafen.