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AstraZeneca: WHO und EMA prüfen die Verdachtsfälle von Blutgerinnseln

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AstraZeneca: WHO und EMA prüfen die Verdachtsfälle von Blutgerinnseln
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Immer mehr Länder in der Europäischen Union haben Impfungen mit dem Wirkstoff des Herstellers AstraZeneca vorübergehend ausgesetzt. Zuletzt hatten sich Portugal, Slowenien, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien zu dem Schritt entschieden, um nur einige zu nennen.

Der Grund sind Berichte über Blutgerinnsel bei einigen Geimpften. Laut Hersteller ist ein Zusammenhang nicht bewiesen.

Das Unternehmen AstraZeneca teilte mit, dass es mit den Gesundheistbehörden zusammenarbeite. Von den rund 17 Millionen Geimpften sei die Zahl der gemeldeten Fälle von Blutgerinnseln geringer als Hunderte Fällen, die in der Allgemeinbevölkerung zu erwarten wären.

Sieben Fälle bei 1,6 Millionen Impfungen

In Deutschland seien bei mehr als 1,6 Millionen Impfungen mit dem AstraZeneca-Wirkstoff sieben Fälle von Thrombosen gemeldet worden, die in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung aufgetreten waren.

Nun prüft die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) die Verdachtsfälle.

Auch die Impf-Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beraten über das Präparat von AstraZeneca. Mariangela Simao von der WHO sagte: "Die Empfehlung ist, dass der Nutzen des Risikos, bei Absetzung von AstraZeneca nicht geimpft zu werden, das Risiko einer Covid-Infektion überwiegt - eine Infektion, von der wir wissen, dass sie eine erhebliche Auswirkung auf Menschen mit schwerer Krankheit, Krankenhausaufenthalt und Tod hat."

EMA- und WHO-Nachforschungen können das Vertrauen in Impfstoffe stärken

Die Skepsis gegenüber den Impfstoffen ist in vielen europäischen Ländern groß. Ein vorsorglicher Impfstopp und eine Überprüfungen können mehr Vertrauen schaffen, meint der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez:

"Ich denke, dass es wichtig ist, der gesamten europäischen Gesellschaft eine Botschaft der Garantie und Sicherheit in Bezug auf den Impfprozess zu vermitteln. Alle Aufsichtsbehörden, die französischen, spanischen und europäischen, evaluieren alle relevanten technischen Aspekte des Impfstoffs", so Sánchez.

In Frankreich bringt die Aussetzung des AstraZeneca-Impfstoffs die gerade erst gestartete landesweite Impf-Kampagne in den Apotheken ins Stocken. "Wir haben einige Leute, die heute abgesagt haben. Wir warten auf Anordnungen. Mit Deutschland wird die Liste der Länder länger, wir haben alle Grund zur Sorge", sagt die Apothekerin Sophie Pouget.

Mediziner warnen vor Impfverzögerungen

Mediziner sehen die Aussetzung des AstraZeneca-Impfstoffs kritisch, die Vorteile der Impfung überwiegen, sagen sie. „Dass Menschen Thrombosen und Lungenembolien bekommen, muss nicht unbedingt etwas mit der Impfung zu tun haben“, sagte Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Die Untersuchungsergebnisse der Europäischen Arzneimittelbehörde werden am Donnerstag erwartet.