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Sehr knappes Rennen zwischen Pro- und Anti-Netanjahu-Lager

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Sehr knappes Rennen zwischen Pro- und Anti-Netanjahu-Lager
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Die Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird stärkste Kraft, doch Israels vierte Parlamentswahl innerhalb von zwei Jahren hat schwierige Ergebnisse für eine Regierungsbildung hervorgebracht.

Nach Auszählung von mehr 80 Prozent der Stimmen bleibt Netanjahus rechtskonservativer Likud mit 31 Mandaten stärkste Fraktion, erreicht aber nicht die 61 Sitze, die zur Bildung einer neuen Regierung nötig sind.

Schwierige Regierungsbildung

Das Lager rechtsreligiöser Parteien um Netanjahu kam demnach auf 56, das Anti-Netanjahu-Lager auf 57 Sitze. Es ist also knapp. Die Auszählung aller Stimmen könnte bis Freitg dauern.

Für eine Mehrheit bräuchte Netanjahu die Unterstützung der siedlerfreundlichen Jamina-Partei, ihr Vorsitzender ist ein politischer Rivale Netanjahus, das Verhältnis ist angespannt.

Benjamin Netanyahu sprach von einem Wahlsieg: "Heute Abend haben wir eine unglaubliche Leistung vollbracht. Wir haben es geschafft, dass die Likud mit großem Vorsprung die größte Partei in Israel ist."

Die liberale Zukunftspartei Yesh Atid des Oppositionsführer Jair Lapid, die in der politischen Mitte angesiedelt ist, landete auf Platz zwei. Die Bildung einer Regierung dürfte grundsätzlich für das Anti-Netanjahu-Lager äußerst schwierig werden - manch potenzielle Koalitionäre liegen inhaltlich weit auseinander.

Yair Lapid: "Wir können stolz darauf sein, wie wir uns geschlagenhaben und auch auf das Ergebnis, das wir erreicht haben. Netanjahu hat im Moment keine 61 Sitze, aber das Bündnis des Wandels schon."

Viele kleine Parteien und deutlicher Rechtsruck

Eine Regierungsbildung dürfte für beide Lager schwierig werden. Das Land scheint gespalten, das zeigt auch eine Reihe kleinerer Parteien in der Knesset - dem israelischen Parlament. Den Prognosen zufolge schafften insgesamt zwölf Parteien den Einzug in die Knesset. Die meisten kamen auf einstellige Mandatszahlen.

Auch ein deutlicher Rechtsruck ist zu beobachten, rechte und religiöse Parteien, darunter ultrarechte, rassistische und homophobe Parteien, kommen auf mehr als 70 Sitze.