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Südkorea und Japan besorgt nach nordkoreanischen Raketentests

Von Euronews mit dpa, AP
Nachrichtenprogramm in Südkorea berichtet über Nordkoreas Raketentest, Schaufenster eines Elektrofachgeschäfts, Seoul, Südkorea, 25.03.2021
Nachrichtenprogramm in Südkorea berichtet über Nordkoreas Raketentest, Schaufenster eines Elektrofachgeschäfts, Seoul, Südkorea, 25.03.2021   -   Copyright  AP Photo/Lee Jin-man
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Nordkorea hat an diesem Donnerstag zwei ballistische Raketen ins Meer abgefeuert. Es ist das erste Mal seit dem Amtsantritt von Präsident Joe Biden, dass das Land wieder Raketen testet. Der Regierung in Pjöngjang ist die Erprobung neuer Raketen durch UN-Resolutionen verboten, international wächst die Sorge.

Südkorea und Japan besorgt

Japans Ministerpräsident Yoshihide Suga erklärte etwa, dass Nordkoreas Wiederaufnahme der Raketentests "den Frieden und die Sicherheit in Japan und der Region" bedrohe. Tokio werde sich eng mit Washington und Seoul über die militärischen Aktivitäten Nordkoreas abstimmen.

Südkoreas Außenminister Chung Eui-yong äußerte nach einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Seoul "tiefe Besorgnis" und forderte den Norden auf, seine Zusagen zum Frieden in der Region einzuhalten.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow rief zu einer raschen Wiederaufnahme des Dialogs auf, um die festgefahrene Situation mit Nordkorea zu lösen. Russland setze sich für Frieden und Stabilität ein. "Das setzt voraus, dass die Seiten auf die Fortsetzung ihres Wettrüstens und auf die Ausweitung militärischer Aktivitäten in allen Formaten verzichten."

Raketentests: Druck auf neue US-Regierung erhöhen

Die beiden Kurzstreckenraketen waren nach Angaben aus Südkorea um 7.06 Uhr und 7.25 Uhr an der Ostküste Nordkoreas im Kreis Hamju abgefeuert worden. Nach einer Flugstrecke von 450 Kilometern in einer Höhe von 60 Kilometern seien sie ins Meer gestürzt.

Die Starts erfolgten einen Tag nachdem US-amerikanische und südkoreanische Beamte bestätigt hatten, dass Nordkorea vergangene Woche Lenkflugkörper abgefeuert hatte, bei denen es sich vermutlich um Marschflugkörper handelte. US-Präsident Joe Biden hatte deutlich gemacht, dass die USA diesen Test nicht als Provokation einstufen.

Nordkorea hat in der Vergangenheit neue US-Regierungen mit Raketenstarts provoziert, und will Beobachtern zufolge den Druck auf die USA erhöhen. Das kommunistische Land hat die Bemühungen der Biden-Regierung um eine Annäherung ignoriert und erklärt, sich nicht auf einen Dialog einlassen zu wollen, bis Washington seine "feindliche Politik" aufgibt.

USA planen neue Nordkorea-Politik

Washington bereitet derzeit eine neue Nordkorea-Politik vor. Außenminister Antony Blinken hatte vergangene Woche bei einem Besuch in Seoul betont, es lägen verschiedene Optionen auf dem Tisch - diplomatische Anreize, aber auch Druckmaßnahmen.

Während seiner Reise hatte Blinken das nordkoreanische Atomprogramm und die Menschenrechtslage scharf kritisiert und China gedrängt, seinen "enormen Einfluss" zu nutzen, um den Norden zur "Denuklearisierung" zu bewegen.

Nordkoreanische Staatsmedien hatten am vergangenen Dienstag berichtet, dass der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un sein Bündnis mit China bekräftigt habe - eine offensichtliche Reaktion auf Bidens Bemühungen, das Vorgehen gegen Nordkorea mit seinen Verbündeten zu koordinieren.

Verhandlungen zum Atomwaffenprogramm stagnieren

Die Verhandlungen über Nordkoreas Atomprogramm gerieten nach dem Scheitern des zweiten Gipfeltreffens zwischen Kim Jon Un und US-Präsident Donald Trump im Februar 2019 ins Stocken, als die USA die Forderung Nordkoreas nach einer weitreichenden Lockerung der Sanktionen im Austausch für eine teilweise Aufgabe seiner nuklearen Fähigkeiten zurückwiesen.

Seit Trumps erstem Treffen mit Kim 2018 hat Nordkorea keine Atom- oder Langstreckenraketentests mehr durchgeführt, obwohl Experten glauben, dass das Land seine Atomprogramme vorangetrieben hat.