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Verwirrung um Gemälde "Salvator Mundi"

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Verwirrung um Gemälde "Salvator Mundi"
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Es ist das teuerste Gemälde der Welt: Salvator Mundi, der Erlöser der Welt. Doch stammt es auch tatsächlich aus der Hand des Meisters Leonardo da Vinci höchstpersönlich? Oder entstand es in seiner Künstlerwerkstatt? Fragen, die die Kunstszene seit einigen Tagen wieder stark beschäftigen.

Hintergrund ist der gleichnamige Dokumentarfilm des Franzosen Antoine Vitkine, demzufolge für den Louvre das weltberühmte Werk nur aus da Vincis Werkstatt stammt. Dieser habe allenfalls einen Pinselstrich hinzugefügt.

Doch gibt es mehrere Untersuchungen, die genau das Gegenteil behaupten. Sie stützen sich offenbar auf geheime Dokumente.

Im Besitz von Salvator Mundi ist derzeit Saudi-Arabien. Der Ölstaat hatte Frankreich gebeten, die Leinwand zu untersuchen, bevor sie dem 2019 Louvre für eine Leonardo Retrospektive verliehen wird.

2018 wurde das Gemälde im Labor des Louvre drei Monate lang untersucht. Der Louvre und das Labor kamen demnach zum Ergebnis, dass das Bild sehr wohl aus der Hand Leonardos stammt, dass gehe aus den geheimen Papieren hervor. 2019 sei die Information an Saudi-Arabien weitergegeben worden.

Laut New York Times hat der Louvre das Ergebnis unter Verschluss gehalten, weil es Streit mit den Besitzern gab.

"Salvator Mundi" gilt aktuell als das teuerste je versteigerte Gemälde der Welt. Es soll unter anderem einst Karl I. von England gehört haben, dann verliert sich im späteren 18. Jahrhundert die Spur. Um 1900 taucht es, stark übermalt, bei einem britischen Industriellen auf. 1958 wird es nach heutigem Wert für einen Preis von circa 1.350 Dollar in die USA verkauft.

Im Jahr 2017 versteigert es das Auktionshaus Christie's in New York für 450 Millionen Dollar (nach heutigem Wert: 373 Millionen Euro). Hier beginnt ein weiteres, mysteriöses Kapitel: Der Käufer blieb zunächst geheim. Es soll der saudiarabische Kronprinz Mohammed bin Salman gewesen sein – was Riad allerdings bis heute dementiert. Und auch der Verbleib von "Salvator Mundi" blieb ein Rätsel. Seit der Auktion wurde es nicht mehr öffentlich ausgestellt, die Presse rätselte über den Aufbewahrungsort.

Das Thema der Urheberschaft des Gemäldes kam neu auf, als es nicht bei einer großen Da-Vinci-Ausstellung im Louvre 2019 gezeigt wurde. Wie in dem Dokumentarfilm unter Berufung auf anonyme hochrangige Mitarbeiter der französischen Regierung berichtet wird, erregten damals die wissenschaftlichen Analyseergebnisse des Louvre zur Urheberschaft des Gemäldes den Unmut saudiarabischer Vertreter. Bin Salman habe verlangt, dass "Salvator Mundi" bei der Ausstellung als "ein hundertprozentiger da Vinci" bezeichnet und neben dessen Spitzenwerk, dem Porträt der "Mona Lisa", präsentiert werde.

Der französische Präsident Emmanuel Macron sperrte sich damals dem Film zufolge jedoch gegen die Forderungen bin Salmans. Macron habe es dem Louvre überlassen, mit den Vertretern Saudi-Arabiens auszuhandeln, in welchem Kontext das Gemälde bei der Ausstellung präsentiert werden sollte. Diese Verhandlungen hätten dann zu keinem Ergebnis geführt, weshalb das Bild letztlich nicht gezeigt worden sei.

Weitere Quellen • BR