Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Söder: "Die Würfel sind gefallen, Armin Laschet wird Kanzlerkandidat"

euronews_icons_loading
Armin Laschet nach PK im Konrad-Adenauer-Haus
Armin Laschet nach PK im Konrad-Adenauer-Haus   -   Copyright  Michael Kappeler/(c) Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Schriftgrösse Aa Aa

"Die Würfel sind gefallen, Armin Laschet wird Kanzlerkandidat der Union", sagte CSU-Chef Markus Söder. Mit einem kurzen Statement in München hat er auf die Abstimmung des CDU-Vorstands reagiert, die gestern Nacht klar für den Partei-Vorsitzenden Armin Laschet ausgefallen war.

Einen Tag zuvor hatte Markus Söder bereits angekündigt, dass er jede Entscheidung des CDU-Vorstands akzeptieren werde. Söder bedankte sich in seiner Rede bei seinen Unterstützern.

"Ich bedanke mich ausdrücklich dafür, bei den vielen Orts- und Kreisverbänden, der CDU besonders, ich bedanke mich bei den Arbeitsgemeinschaften, besonders bei den jungen, bei den mordernen, bei denen, die auf Zukunft aus waren, für ihre überragende Unterstützung."

Sehen Sie hier das Statement von CSU-Chef Markus Söder:

Alexander Dobrindt: "Söder war der Kandidat der Herzen gewesen"

Vorausgegangen war ein einwöchiger mit harten Bandagen ausgetragener Machtkampf zwischen CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder um die K-Frage - mitten in der Coronakrise.

"Markus Söder war erkennbar der Kandidat der Herzen", sagte Die CSU sehe das Benennungsverfahren der CDU für den Kanzlerkandidaten der Union kritisch, sagte der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt, am Dienstag in Berlin. Das Verfahren habe ein Ergebnis gebracht, hinterlasse aber Fragezeichen. "Das Verfahren kann man - konziliant formuliert - als interessant bezeichnen."

CDU-Abstimmung: 31 Stimmen für Laschet, 9 für Söder

In der geheimen Abstimmung des CDU-Vorstands nach Mitternacht gab es 31 Stimmen für CDU-Chef Armin Laschet, 9 für CSU-Chef Markus Söder und 6 Enthaltungen.

Der Ministerpräsident von Bayern war zu der Sitzung in Berlin vom Ministerpräsidenten von NRW eingeladen, aber er nahm nicht teil.

Das Ergebnis kam zunächst per Twitter von dem Welt-Journalisten Robin Alexander.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier sprach sich dafür aus, in der Kanzlerkandidaten-Frage die Basis anzuhören. Medienberichten zufolge soll es dann zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen ostdeutschen CDU-Politikern über die Stimmung in den ostdeutschen Ländern gekommen sein.

Söder: "Wird es Armin, hat er meine volle Unterstützung"

CSU-Chef Markus Söder hatte zuvor erklärt er sei bereit, jede Entscheidung der CDU über die Kanzlerkandidatur der Union zu akzeptieren und zu unterstützem, diese müsse sich nur zügig und deutlich entscheiden,

In den vergangenen acht Tagen hatten sich Laschet (60) und Söder (54) eine zunehmend härter werdende Auseinandersetzung geliefert.

Dabei führte Söder immer wieder seine erheblich besseren Umfragewerte ins Feld, aus denen er größere Erfolgsaussichten bei der Bundestagswahl am 26. September ableitet.

Seinen vorläufigen Höhepunkt fand der Machtkampf in der Nacht zum Montag, als Laschet und Söder in einem Bundestagsgebäude rund dreieinhalb Stunden im kleinen Kreis miteinander verhandelten. Auch dieses Gespräch blieb aber ohne Einigung.

Baerbock hatte sich eine Einigung zwischen Laschet und Söder gewünscht

Die neue Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hatte sich besorgt über den Machtkampf in der Union gezeigt. Sie hatte sich eine einvernehmliche Lösung zwischen Armin Laschet und Markus Söder gewünscht. Bei den Grünen war solch eine geräuschlose Einigung zwischen Baerbock und ihrem Co-Vorsitzenden Robert Habeck gelungen.

Baerbock erinnerte an nötige Geschlossenheit im Kampf gegen die Corona-Pandemie und auch an die letzten Skandale um Vorteilsnahme von Unions-Politikern bei der Beschaffung von Corona-Schutzmasken. Das hätte das Vertrauen bereits genug geschädigt.