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USA lockern Maskenpflicht - und locken Impfmuffel

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USA lockern Maskenpflicht - und locken Impfmuffel
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Mehr als 95 Millionen Amerikaner sind komplett gegen Covid-19 geimpft – fast jeder dritte – nun locken die US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (Centers for Disease Control and Prevention, CDC) die Impfskeptiker mit Lockerungen: Maskenpflicht im Freien nur noch da, wo Gedränge herrscht oder droht.

Laut den neuen CDC-Empfehlungen sind etwa Spazierengehen, Radfahren, Treffen in kleineren Gruppen oder Restaurantbesuche im Freien für komplett Geimpfte auch ohne Maske sicher. Bei größeren Menschenansammlungen im Freien werde das Maske-Tragen aber auch für Geimpfte weiter empfohlen. Das gelte ebenso für viele Aktivitäten in geschlossenen Räumen, etwa beim Einkaufen oder Friseurbesuchen.

"NOW, NOW"

Mit den aktualisierten Leitlinien will die Biden-Regierung das Land wieder in einen Zustand der Normalität versetzen und junge Menschen vom Impfen überzeugen. Nach der Ansage der CDC feierte Präsident Joe Biden die neuen Leitlinien als "außerordentlichen Fortschritt".

Joe Biden, US-Präsident:

“Wenn Sie geimpft sind, können Sie draußen und drinnen mehr Dinge sicherer anpacken. Wer also noch nicht geimpft ist, besonders die Jüngeren oder meint, dass er sich das sparen kann – dies ist ein weiterer guter Grund, sich impfen zu lassen. Jetzt. Jetzt.”

"Es war nie einfacher," so Biden. Die Impfung sei kostenlos. 90 Prozent der Amerikaner hätten außerdem eine Impf-Stelle im Umkreis von fünf Meilen (rund acht Kilometern) von ihrem Zuhause.

In den USA sind fast 573.000 Menschen an COVID-19 gestorben, bei weitem die meisten weltweit, mehr als 32 Millionen Infektionen wurden bisher gemeldet.

Annie Wolock aus Michigan:

"Gott sei Dank. Ich bin so froh, dass wir draußen keine Masken mehr tragen müssen. Ich trage eine, weil wir in einer Innenstadt voller Leute sind."

Kim Ryan aus Michigan:

“Ich mag einfach nicht das Leben anderer Menschen riskieren, wissen Sie. Ich werde nicht – ich setze weiter meine Maske auf und bin auf der sicheren Seite.”

IMPFSKEPTIKER

Gut 20 Prozent der US-Bürger sagten einer aktuellen Umfrage zufolge kürzlich, dass sie keine Impfung wollen.

So lässt etwa eine Privatschule in Florida geimpfte Lehrer nicht zu. Argument des Schulgründers: Sie würden "möglicherweise etwas durch ihren Körper übertragen", was die “Fruchtbarkeit und Entwicklung von Frauen und Kindern” beeinträchtigen könnte.

- für Kritiker ein eklatantes Beispiel für die Gefahren durch Fehlinformation.

In den USA sind laut CDC rund 29 Prozent der gesamten Bevölkerung voll geimpft: Unter den Erwachsenen sind es 37 Prozent, unter den Älteren ab 65 Jahren mehr als 67 Prozent. Mehr als die Hälfte aller Erwachsenen in den USA hat bislang mindestens eine Impfdosis erhalten, unter den Senioren sind es mehr als 81 Prozent.

Rund 230 Millionen Impfdosen wurden insgesamt verabreicht. Inzwischen sind in den USA alle Bürger ab 16 Jahren impfberechtigt – ohne Rangfolge nach Alters- oder Risikogruppen.

su mit dpa