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Urteil im Fall Metzelder: 10 Monate auf Bewährung wegen Kinderporno-Fotos

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Von Euronews mit dpa, AP
Christoph Metzelder vor dem Gericht in Düsseldorf
Christoph Metzelder vor dem Gericht in Düsseldorf   -   Copyright  Martin Meissner/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.
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An diesem Donnerstag hat das Amtsgericht Düsseldorf den ehemaligen Fußball-Profi und deutschen Vizeweltmeister von 2002 Christoph Metzelder zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten auf Bewährung verurteilt.

Der 40-Jährige aus Haltern hatte gleich am ersten Prozesstag ein Teilgeständnis abgelegt. Der Ex-Nationalspieler gab laut WDR zu, 18 kinder- und jugendpornografische Dateien weitergeleitet zu haben. Den Besitz von fast 300 Dateien, die die Anklage gegen ihn vorbringt, gestand Metzelder nicht. Er soll insgesamt 29 Dateien mit kinderpornografischen Aufnahmen an drei Personen verschickt haben. Darauf sind laut Medien auch Kinder unter 10 Jahren zu sehen.

Die anwesenden Journalistinnen und Journalisten waren nicht dabei, als im Gerichtssaal Bilder und Chats begutachtet wurden. Doch der Angeklagte soll bei seinem Geständnis kurz geweint haben - wie Journalisten berichten.

Metzelder erklärte vor Gericht, er habe Fantasien ausgetauscht und Screenshots verschickt. Aber er habe nie einen Übergriff geplant. Laut eigenen Aussagen war sich Metzelder dennoch bewusst, dass er eine Straftat begehe. Er akzeptiere eine Strafe und bittet um Vergebung.

Der Prozess war ins Gebäude des Landgerichts Düsseldorf verlegt worden, um einen größeren Raum zu nutzen.

Tobias Reckmann vom WDR berichtete vom Prozess, Metzelder habe angekündigt, er wolle alle Auszeichnungen - wie das Bundesverdienstkreuz - zurückgeben. Der Ex-Fußball-Star hatte sich in mehreren sozialen Projekten u.a. für durch Missbrauch gefährdete Kinder engagiert und war für seinen Einsatz geehrt worden.

Auch RTL-Reporter Sebastian Reddig hatte schon die erste Aussage von Christoph Metzelder mitgeschrieben.

"Er weiß, was er gemacht hat."

Vor wenigen Tagen hatte sich Metzelders Anwalt Ulrich Sommer - der zuvor versucht hatte, die Berichterstattung über den Fall soweit wie möglich zu verhindern - geäußert. Im Interview mit RTL sagte Sommer über den Angeklagten: "Er weiß, was er gemacht hat. Er weiß auch, dass man das als Fehler bezeichnen kann". Der Anwalt erklärte auch, Metzelder sei "natürlich nicht pädophil" und befinde sich mittlerweile in Behandlung. Der 40-Jährige sei "über sich selbst erschrocken".

Wolfgang Rattay/AP
Christoph Metzelder und sein Anwalt Ulrich Sommer vor Gericht in DüsseldorfWolfgang Rattay/AP

Die Hauptbelastungszeugin - die die Anklage gegen Metzelder ins Rollen gebracht hatte und gegen die die Justiz inzwischen vorgeht - wollte nicht vor Gericht aussagen. Die Frau hatte den Angeklagten zwei Mal getroffen und offenbar auch dazu animiert, sein sexuelles Interesse an Kindern weiter offenzulegen.

Das Düsseldorfer Amtsgericht hatte vor Prozessbeginn für den Fall Metzelder eigentlich bis zum 10. Mai drei Verhandlungstage geplant. Doch schon am ersten Tag wurde das Urteil gesprochen.