Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Russen lassen sich kaum impfen

euronews_icons_loading
Russen lassen sich kaum impfen
Copyright  AP Photo
Schriftgrösse Aa Aa

Jeder kann sich in Moskau in wenigen Minuten impfen lassen, sogar in Einkaufszentren, Fast Food Restaurants oder Theatern. Ältere haben in einigen Städten sogar Anspruch auf Gutscheine, Rabatte und Geldprämien, wenn sie sich impfen lassen. Trotz aller Anreize, die die Behörden schaffen - was die Impfrate angeht, bleibt Russland weit hinter den eigenen Zielen zurück.

2020 wurde die Bevölkerung mit widersprüchlichen Botschaften bombardiert. Erst hieß es, COVID sei harmlos, wie eine Erkältung. Dann wurde es zur tödlichen Infektion, niemand durfte das Haus verlassen. Dann sollten die Impfstoffe gefährlich sein, nur der russische nicht. Und ich glaube, deswegen machen die Leute nur noch, was sie persönlich für richtig halten.
Wassili Wlassow
Public Health Experte

Die niedrige Impfbereitschaft stellt das ehrgeizige Ziel der russischen Behörden in Frage, bis Ende des Sommers die Herdenimmunität zu erreichen. Zudem gab es in einigen Regionen Versorgungsengpässe.

In Russland haben wir jetzt so viele Kranke wie auf dem ersten Höhepunkt vor einem Jahr. Aber täglich sterben doppelt so viele Menschen wie letztes Jahr.
Wassili Wlassow
Public Health Experte

Die offizielle Statistik meldet täglich 8-9 Tausend Neuinfektionen und bis zu 400 Todesfälle. Eine dritte Welle ist in den Verlautbarungen kein Thema. Das bestätigt die Haltung vieler, sich nicht impfen zu lassen. Dafür boomt der Impftourismus.

Es ist eine Pandemie, und ich will mir kein Corona einfangen. Ich will gesund bleiben.
Uwe Keim
Impftourist aus Deutschland

Die russische Impfkampagne hat im Dezember begonnen, mehr als 12 Millionen Russen - etwa 8% der Bevölkerung – haben mindestens die erste Impfung bekommen. In den USA liegt die Impfquote bei 44%, in der Europäischen Union immerhin bei 27%.