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Männergewalt: Österreich will Frauen besser schützen

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Die Arbeit mit Tätern ist in Österreich im Gesetz verankert.
Die Arbeit mit Tätern ist in Österreich im Gesetz verankert.   -   Copyright  ORF
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Elf Morde an Frauen zählt Österreich in diesem Jahr bereits. Zuletzt sorgte ein Fall in Wien-Simmering für Aufregung. Eine Frau war tot in ihrer Wohnung aufgefunden worden. Ihr ebenfalls anwesender Mann wurde zunächst festgenommen und dann wieder freigelassen. Die Ermittlungen laufen.

Die Debatte um Gewalt von Männern, die ihre Partnerin oder Ex-Partnerin umbringen, ist damit wieder hochgekocht. Die Regierung will nun 25 Millionen Euro mehr in Schutz- und Präventionsmaßnahmen stecken, so Frauenministerin Susanne Raab am Mittwoch in Wien. Raab: "Wir sehen es als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dass wir die Sicherheit von Frauen und Kindern erhöhen und den Schutz der Frauen und ihrer Kinder vor Gewalt in Österreich stärken."

Hilfsorganisationen hatten 230 Millionen Euro gefordert

Mit dem Geld soll unter anderem die Polizei besser ausgestattet werden, Frauen besser beraten und die Hintergründe der Taten analysiert werden. Frauenrechtsorganisationen reicht das nicht. Sie wollen, dass noch mehr für den Opferschutz getan wird und Täter früher zur Verantwortung gezogen und hatten fast das zehnfache Budget, 230 Millionen Euro, gefordert. Maria Rösslhumer vom Verein "Autonome Österreichische Frauenhäuser": "Wenn die Politik es wirklich ernst nimmt, dann braucht es mehr und wir fordern ja das Geld nicht für uns."

Österreich galt lange als Vorreiter beim Thema häusliche Gewalt. 1997 erließ es als erstes Land in Europa das sogenannte Gewaltschutzgesetz, das unter anderem Täter aus der gemeinsamen Wohnung verbannte. 2020 wurde auch die Täterarbeit gesetzlich verankert. Zuletzt wurde aber in vielen Berichten darauf verwiesen, dass die Zahl der weiblichen Mordopfer und damit der Femizide in Österreich trotzdem sehr hoch sei.