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Nahost: Weiter keine Waffenruhe - Anzeichen für Kriegsverbrechen

Von Euronews mit dpa
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Nahost: Weiter keine Waffenruhe - Anzeichen für Kriegsverbrechen
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Vor dem Jaffa-Tor in Jerusalem stehen die Aktivistinnen und protestieren. Mitgliederinnen der Friedensbewegung "Women Wage Peace" forderten am Mittwochmorgen ein Ende der Gewalt im Gazastreifen. Sie bildeten eine Kette um die Altstadt-Mauer.

Ende der Kämpfe rückt näher

Unterdessen dementierten Israel und die Hamas einen Bericht über eine bevorstehende Waffenruhe im Gaza-Konflikt. Laut Hamas ist bislang noch keine Einigung erzielt oder ein Zeitpunkt für eine Waffenruhe festgelegt worden. Nach Medienberichten wies auch Israel den Bericht zurück.

Das israelische Fernsehen hatte berichtet, im Rahmen internationaler Vermittlungsbemühungen könnten von 6.00 Uhr Ortszeit am Donnerstag die Waffen schweigen. Sicherheitskreise rechneten jedoch binnen weniger Tage mit einem Ende der Kampfhandlungen. Besonders von US-Seite werde wachsender Druck auf Israel ausgeübt, den Einsatz zu beenden.

Netanjahu: "Wollen zivile Opfer vermeiden"

Laut palästinensischem Gesundheitsministerium kamen bislang 219 Menschen im Gazastreifen ums Leben, mehr als ein Viertel davon seien Minderjährige. In Israel sind seit Ausbruch der neuen Eskalation vor neun Tagen nach offiziellen Angaben zwölf Menschen durch Beschuss aus dem Gazastreifen ums Leben gekommen, Hunderte erlitten Verletzungen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Fortsetzung des hart geführten Militäreinsatzes im Gazastreifen gegen Kritik verteidigt.

Es gibt zwei Möglichkeiten: Man kann sie erobern oder man kann sie abschrecken. Wir setzen im Moment auf energische Abschreckung, doch ich muss sagen, wir schließen nichts aus. Wir hoffen, dass wir wieder Ruhe herstellen können und das schnell. Ich möchte betonen, dass wir unser Möglichstes tun, um zivile Opfer zu vermeiden.
Benjamin Netanjahu
Ministerpräsident Israel

Wurden Kriegsverbrechen verübt?

Laut UN-Menschenrechtsexperten gibt es Anzeichen für Kriegsverbrechen auf beiden Seiten. Sie werfen Israel vor, Raketen und Granaten in dicht besiedelte Gebiete im Gazastreifen zu feuern.

Bewaffnete palästinensische Gruppen würden ähnlich "absichtlich oder rücksichtslos" Raketen auf israelische Stadtgebiete schießen. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag solle dies untersuchen. Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW forderte derweil einen sofortigen Stopp aller militärischen Angriffe.