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Gelb war ihre Lieblingsfarbe: 17-Jährige von 14-Jährigem erstochen

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Von Euronews mit AFP
Gelber Marsch für ermordete Marjorie in Ivry bei Paris
Gelber Marsch für ermordete Marjorie in Ivry bei Paris   -   Copyright  CHRISTOPHE ARCHAMBAULT/AFP
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Der Fall hat viele in Frankreich geschockt: Die 17-jährige Marjorie ist im Pariser Vorort Ivry-sur-Seine von einem 14-Jährigen erstochen worden, weil sie ihre kleine Schwester gegen Anfeindungen im Internet verteidigen wollte.

An diesem Samstag haben viele in Ivry-sur-Seine in Gedenken an Marjorie an einem Trauermarsch teilgenommen. In Frankreich werden solche Gedenkversammlungen als "Weißer Marsch" bezeichnet. für Marjorie war es ein "Gelber Marsch", denn Gelb war ihre Lieblingsfarbe. Auf dem Transparent stand "Marjorie, Du wirst für immer in unseren Herzen bleiben". Viele trugen gelbe T-Shirts mit dem Foto des Mädchens.

Marjorie hatte versucht, einen Jugendlichen zur Rede stellen, der ihre kleine Schwester auf Snapchat beleidigt hatte. Der 14-J¨ährige holte dann ein Messer aus der Wohnung und tötete die Abiturientin vor dem Gebäude.

Der verdächtige Teenager wurde am Freitagabend im Haus seiner Mutter in Massy im Département Essonne verhaftet, nachdem er einige Stunden lang auf der Flucht war. Er befindet sich in Untersuchungshaft und hat die Tat gestanden.

Laut den von AFP gesammelten Zeugenaussagen hatte der Verdächtige "an diesem Morgen eine Snapchat-Gruppe erstellt", in der es um Marjories jüngere Schwester ging. Der 14-Jährige war laut Mädchen aus seinem Viertel "ein bisschen ein Star in der Stadt".

"Mein Mandant räumt seine Beteiligung ein, behauptet aber, dass er nicht die Absicht hatte, sie zu töten", sagte sein Anwalt Adrien Gabeaud gegenüber AFP.

Der im November 2006 geborene Teenager hat laut seinem Anwalt keine Vorstrafen.

- "Ein Tod ohne Grund" -

Nach der Version des Verdächtigen kam es zu einem Streit zwischen ihm und drei anderen Personen, darunter waren Marjorie und ihr Zwillingsbruder.

Er ging dann "zurück in sein Haus, um ein Messer und eine Sporttasche zu holen". Auf dem Weg zu "seinem Fußballtraining" kam es zu einer zweiten "körperlichen" und "verbalen" Auseinandersetzung.

"Es war eine Kette von Ereignissen, die zu diesen dramatischen Geschehen führte", erklärte der Anwalt.

"Meine Schwester war nicht straffällig, sie war nur gekommen, um ein Problem zu regeln, das mit meiner kleinen Schwester zu tun hatte. Sie war gekommen, um die Situation zu beruhigen", sagt Cynthia, 33, die ältere Schwester von Marjorie, am Freitag.

Nachbarn erklären gegenüber FRANCE BLEU, dass sie nach dem Vorfall Mühe haben, nachts zu schlafen. Marjorie wollte nach Aussagen eines Vaters, der sie kannte, Ingenieurin werden.

Ihre Mutter, die von mehreren Medien interviewt wurde, beschrieb ihre Tochter als eine eifrige Schülerin, die bald ihr Abitur machen wollte. "Es ist ein Tod ohne Grund", sagt die Mutter.