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Radeln durch die Todeszone des Eisernen Vorhangs

Von Johannes Pleschberger
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Radeln durch die Todeszone des Eisernen Vorhangs
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Der "Iron Curtain Trail" ist die europäische Radroute des Jahres. Er führt durch das Grenzgebiet von Tschechien, Österreich und der Slowakei. Wo früher die Todeszone des eisernen Vorhangs war, erkunden nun Radtouristen Burgen, Wälder und Weingärten. Für die niederländische Fachjury der "Fiets en Wandelbeurs" war die Radinfrastruktur und die kulturelle Vielfalt ausschlaggebend.

Markus, der mit seinem Sohn Moritz die Strecke radelt, stimmt dem Juryurteil zu: "Es ist eine super Möglichkeit, die verschiedensten Kulturen kennenzulernen und die Landschaft hier ist extrem schön."

Der "Iron Curtain Trail", oder auch "EuroVelo 13", führt von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer. Ausgezeichnet davon wurde nun der 400-Kilometer-Abschnitt zwischen Gmünd in Österreich und Bratislava in der Slowakei.

Die pandemiebedingten Grenzschließungen der letzten Monate erinnern an eine dunkle Vergangenheit. Fast ein halbes Jahrhundert lang war Europa duch den Eisernen Vorhang in Ost und West getrennt.

“Man sieht es am Zaun selbst”, Harald Winkler vom Gmündner Haus der Zeitgeschichte deutet auf eine Stacheldraht-Barriere an der Grenze: “Da gibt es Haken und spitze Teile, die wegstehen. Er ist nicht nur ein Symbol für das Abschotten zweier Regionen, er ist auch ein Symbol für diese gewaltsame Teilung, für viele Tragödien, für Schmerz, für Leid und teilweise auch für Tod."

Fünf Jahre vor dem Fall des Eisernen Vorhangs starb hier in Gmünd der letzte Tscheche beim Fluchtversuch nach Österreich. Frantisek Faktor wurde von Grenzbeamten erschossen. 1989 wurden Wachtürme und Zäune schließlich abgerissen und die Grenzen geöffnet.

Dass Tschechien und Österreich heute wieder zusammengewachsen sind, zeigen eine Vielzahl von Kooperationen.

"Eine Neuheit hier am "Iron Curtain Trail" ist das zukünftig erste grenzüberschreitende Gesundheitszentrum Europas. Ab kommendem Herbst können hier Versicherte beider Länder behandelt werden", berichtet unser Korrespondent Johannes Pleschberger.

Journalist • Julika Herzog