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Schockierendes Schicksal - eine wegen Mordes angeklagte Französin ist frei

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Von Euronews mit afp, dpa
Valérie Bacot nach der Urteilsverkündung
Valérie Bacot nach der Urteilsverkündung   -   Copyright  Laurent Cipriani/Associated Press
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Sie ist frei. Die in Frankreich wegen der Tötung ihres gewalttätigen Mannes angeklagte Valérie Bacot muss nicht mehr ins Gefängnis zurückkehren.

In einem Aufsehen erregenden Prozess in Chalon-sur-Saône wurde die 40-Jährige zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt: Davon wurden drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Da sie bereits ein Jahr in Untersuchungshaft verbracht hat, muss die Mutter von vier Kindern nicht mehr ins Gefängnis zurückkehren.

Das Urteil wurde im Gerichtssaal mit lautem Applaus gefeiert. Der Leidensweg von Valérie Bacot hatte viele Franzosen erschüttert. In einer Petitition mit bis zu 700.000 Unterschriften (Stand Freitagabend) wurde die Freilassung der 40-Jährigen gefordert.

Mit 14 zur Prostitution gezwungen

Mit 12 Jahren wird Valérie Bacot erstmals vom Liebhaber ihrer Mutter vergewaltigt. Daniel Polette schlägt sie, mit 14 Jahren zwingt er sie zur Prostitution.

Der gewalttätige Alkoholiker wurde 1996 verurteilt, doch nach seiner Freilassung ein Jahr später durfte er nach Hause zurückkehren - Bacots Martyrium geht weiter. Misshandlungen, die Jahrzehnte lang andauern.

Mit 17 Jahren wird sie von ihm schwanger. Von der eigenen Mutter verstoßen heiratet sie ihren Peiniger. Er droht, sie und die Kinder zu töten, sollte sie ihn verlassen. Dabei richtet er ein Messer an ihren Kopf.

Um ihre Tochter zu schützen, griff sie zur Waffe

Als sie befürchtet, Polette könnte sich auch an der 14-jährigen Tochter vergreifen, tötet sie ihn im März 2016 durch einen Genickschuss - nachdem sie fast 25 Jahre lang von ihm vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen worden war.

Im Prozess bricht die Frau zusammen. Sie fühle sich nicht erleichtert, sondern leer.

Ich möcht mich bei meinen Kindern entschuldigen für das, was sie meinetwegen durchmachen mussten.
Valérie Bacot
Angeklagte

Den befragten Psycholog:innen zufolge hatte die Frau keine andere Wahl als ihren Peiniger verschwinden zu lassen, so sehr litt sie unter seiner permanenten Überwachung, die sie daran hinderte, ihn anzuzeigen.