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London: Merkels breiter Spagat zwischen Johnson und der Queen

Von Tadhg Enright mit Euronews, dpa
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Nein, Merkel und Johnson wagten kein Tänzchen beim Besuch der Kanzlerin auf dessen Landgut Chequers
Nein, Merkel und Johnson wagten kein Tänzchen beim Besuch der Kanzlerin auf dessen Landgut Chequers   -   Copyright  Stefan Rousseau/Pool Photo via AP
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Das Beste kam bei Angela Merkels London-Reise zum Schluss. Mit Blumenkleid und offenem Lächeln gewährte Königin Elisabeth II. der deutschen Kanzlerin die dritte und wohl auch letzte Privataudienz.

Vor dem sehr persönlichen Empfang auf Schloss Windsor ging es weniger herzlich, aber freundschaftlich zu.

Merkel vereinbarte mit Premierminister Boris Johnson auf dessen Landsitz Chequers nahe London einen deutsch-britischen Neuanfang mit einem Kooperatonsvertrag und regelmäßigen Regierungskonsultationen. Was dann noch blieb, sind Brexit-Sorgen.

Merkel sagte bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Johnson: "Ich persönlich glaube, dass wir im Rahmen dieses Nordirland-Protokolls, so wie es ausgehandelt wurde, pragmatische Lösungen finden können, die einerseits die Integrität des Binnenmarktes ermöglichen, andererseits aber natürlich auch dazu beitragen, dass Lösungen gefunden werden, die für die Menschen akzeptabel sind. Es ist eine gute Nachricht, dass dies um weitere drei Monate verlängert wurde, und in dieser Zeit sollte es wirklich möglich sein, dass wir das auf pragmatische Weise lösen. Ich bin optimistisch, dass das funktionieren kann."

Angela Merkels Sorge über die EM-Finalspiele im Londoner Wembley-Stadion vor gefüllten Rängen mit Zentausenden Zuschauern teilte Johnson nicht: "Die Position ist sehr klar in Großbritannien, nämlich dass wir bestimmte Veranstaltungen haben, die wir in einer sehr sorgfältigen und kontrollierten Art und Weise durchführen können, mit Tests für jeden, der dorthin geht. Und der entscheidende Punkt ist, dass wir hier in Großbritannien, wie ich bereits sagte, jetzt eine sehr beträchtliche Mauer der Immunität gegen die Krankheit durch unser Impfprogramm aufgebaut haben."

Euronews-Korrespondent Tadhg Enright kommentierte in Buckinghamshire: "Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat heute Großbritannien ihren letzten Besuch abgestattet. Aber es gab keine dramatischen Durchbrüche. Beide Seiten beteuerten ihre Zuneigung und ihren Respekt füreinander, aber jeder weiß, dass diese Führungspersönlichkeiten in den Umfragen weit auseinander liegen. Im September wird Angela Merkels Meinung über Boris Johnson keine Rolle mehr spielen. Und der britische Regierungschef wird Merkels Nachfolger zu bezirzen haben."