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Briten regen sich auf: Merkel will uns den Urlaub verderben!

Von Euronews
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Strand in Portugal
Strand in Portugal   -   Copyright  Armando Franca/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Trotz wachsender Sorge vor einem Einschleppen der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus gibt es vorerst keine strengeren Regeln für Reiserückkehrer. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt.

Fast jede zweite Neuinfektion in Deutschland ist bereits auf die Delta-Variante zurückzuführen, schätzt das Robert Koch-Institut. Mehrere Ministerpräsidenten hatten schärfere Bestimmungen wie mehr Kontrollen an den Grenzen gefordert.

"Es würde schon mal sehr helfen, wenn die gesamten Kontrollpflichten, die es gibt, auch eingehalten werden und dies dann auch überprüft wird", hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gesagt.

Die Bundesregierung setzt offenbar weiterhin auf Vernunft und Mitwirken der den Bürger:innen, um uns vor einer Delta-Welle zu bewahren. Sprecher Steffen Seibert erklärte: "Hierzulande raten wir dringend von Reisen in Virusvariantengebiete ab, es gibt die entsprechenden Regelungen."

Portugal, Russland, Großbritannien sind Virusvariantengebiete

Diese Regelungen sehen vor, dass Rückreisende aus einem Virusvariantengebiet zwei Wochen in Quarantäne müssen. Eine Möglichkeit, diese Zeit zu verkürzen, zum Beispiel durch einen negativen Corona-Test oder einen Impfnachweis, gibt es nicht.

Die Bundesregierung hat Portugal und Russland seit Dienstag als Virusvariantengebiete eingestuft. Damit gilt ein weitgehendes Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bus- und Bahnunternehmen. Folgende Länder listet das Robert-Koch-Institut auf seiner Internetseite derzeit als Virusvariantengebiete auf: Botswana, Brasilien, Eswatini, Indien, Lesotho, Malawi, Mosambik, Namibia, Nepal, Portugal, Russland, Sambia, Simbabwe, Südafrika, Uruguay, Großbritannien.

"Personen, die aus Großbritannien einreisen, müssen 14 Tage in Quarantäene mit ganz, ganz wenigen Ausnahmen, das muss man einfach wissen", so Seibert.

Müssen die Briten als EU-Außenseiter auf ihren Urlaub im Süden verzichten?

Beim Streit um den Sommerurlaub wird den Briten schmerzlich bewusst, dass sie nicht mehr Mitglied in der EU sind. Großbritannien ist bereits seit Ende Mai Virusvariantengebiet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will, dass alle EU-Staaten dem deutschen Beispiel folgen und Reisende aus Großbritannien für zwei Wochen in Quarantäne schicken. "Die Bundesregierung wirbt in Europa dafür, dass wir tatsächlich ein einheitliches Vorgehen in dieser so wichtigen Frage für uns alle haben", erklärte Steffen Seibert. Wo das noch nicht der Fall sei, würde man weiter Überzeugungsarbeit leisten.

Die englische pro-Brexit Boulevard-Zeitung Daily Mail schreibt, Premierminister Boris Johnson suche die Konfrontation mit der deutschen Kanzlerin, um den Urlaub der Briten zu retten. Die beiden treffen sich am Freitag in London.

Nach anfänglich heftigem Protest der südeuropäischen Länder, die die zahlenden britischen Touristen unter allen Umständen an ihren Stränden sehen wollen, sind die ersten schon eingeknickt. Portugal hat eine 14-tägige Quarantäne für britische Touristen beschlossen, in Spanien werden sie nur noch mit einem negativen PCR-Test oder einem kompletten Impfschutz ins Land gelassen.

Am Mittwoch wollen die EU-Botschafter über mögliche einheitliche Regelungen im Umgang mit Virusvariantengebieten beraten.

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Weitere Quellen • dpa, Daily Mail