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Südafrika: Gewalt und Plünderungen - mehr als 70 Tote

Von Euronews mit dpa
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Südafrika: Gewalt und Plünderungen - mehr als 70 Tote
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In Südafrika haben sich die gewalttätigen Proteste fortgesetzt. Nach Angaben der Sicherheitskräfte sind bislang 72 Menschen aufgrund der Ausschreitungen ums Leben gekommen. Es kam zu rund 1.250 Festnahmen.

Polizeiminister Bheki Cele warnte die Anwohner davor, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen: "Wir beobachten die Situation sehr genau und wir werden alles tun, dass sie sich nicht weiter verschlechtert. Wir können nicht zulassen, dass unser demokratischer Staat lächerlich gemacht wird. Wir haben die Behörden angewiesen, ihre Anstrengungen zu verdoppeln, um die Gewalt zu stoppen und den Einsatz vor Ort zu erhöhen."

Obwohl das Militär laut Regierungsangaben in den betroffenen Regionen - der Gauteng-Provinz rund um Johannesburg sowie der östlichen Provinz KwaZulu-Natal - mit Patrouillen begonnen hat, gingen Brandschatzung und Plünderungen zum Teil vor laufender Kamera ungehindert weiter.

Sicherheitskräfte gingen teils mit Gummigeschossen gegen die Randalierer vor. Die Polizei schritt an vielen Orten erst relativ spät ein, da sie in der Unterzahl war.

"Viele Dinge hätten passieren können, aber wir konnten sie abwenden, weil wir gut informiert waren und die Polizei handeln konnte“, so die Ministerin für Staatssicherheit Ayanda Dlodlo. „Was wir sehen, ist das, was wir jetzt sehen. Was jedoch kaum sichtbar war, ist, dass die staatliche Sicherheitsbehörde und die Polizei auf Hochtouren gearbeitet haben."

Betroffen sind vor allem der Norden mit der Wirtschaftsmetropole Johannesburg und der Hauptstadt Pretoria sowie Zumas östliche Heimatprovinz KwaZulu-Natal.

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Ein Sicherheitsbeamter vor einem Einkaufszentrum in Vosloorus bei JohannesburgThemba Hadebe/AP Photo

Laut Regierungsangaben sind wichtige Lieferketten unterbrochen worden. Dies könnte das Land innerhalb weniger Wochen "einem großen Risiko von Lebensmittel- und Medikamentenunsicherheit aussetzten", so Präsident Cyril Ramaphosa in einer Fernsehansprache. Besonders während der Corona-Pandemie könne das lebensbedrohliche Folgen haben.

In der dort besonders stark betroffenen Hafenstadt Durban teilte die Stadtverwaltung am Dienstag mit, dass es wegen der Proteste bei den städtischen Versorgungsdiensten - etwa der Wasserversorgung - zu Problemen kommen könne. Dringende Reparaturarbeiten könnten nicht ausgeführt werden.

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Menschen kommen mit Waren aus einem Geschäft in Durban, SüdafrikaAP/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.

Auslöser der Unruhen war die Inhaftierung des Ex-Präsidenten Jacob Zuma, innerhalb weniger Tage hatte sich der Protest zu großflächigen Ausschreitungen entwickelt.

Zuma war vergangene Woche wegen Missachtung der Justiz zu einer Haftstrafe von 15 Monaten verurteilt worden, die er am späten Mittwoch antrat. Er muss sich vor einer Untersuchungskommission wegen verschiedener Korruptionsvorwürfe während seiner Amtszeit (2009-2018) verantworten, war aber einer Vorladung nicht gefolgt.