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Schluss mit den Pandemiebestimmungen: „Freiheitstag“ in England

Von euronews
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Bahnreisende in London
Bahnreisende in London   -   Copyright  NIKLAS HALLE'N/AFP or licensors
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„Heute ist in England Freiheitstag“, sagt euronews-Reporter Tadhg Enright in London. „Die meisten der Gesetze zur Eindämmung des Coronavirus werden aufgehoben. Das Abstandhalten, das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes und die Versammlungseinschränkungen weg. Viele Menschen und Geschäfte werden sie weiterhin anwenden, denn die Zahl der Neuansteckungen steigt. Premierminister Boris Johnson will die Freiheit wiederherstellen. Aber es besteht die Sorge, dass das ein Fehler ist“, berichtet er.

„Viele der Hygieneregeln sollten beibehalten werden. Darüber ist man sich einig“

Das Varietétheater The Clapham Grand in London setzt auf Freiheit mit Einschränkungen. Ally Wolf ist der Leiter des Hauses. „1250 Menschen, die sich umarmen, tanzen und singen. Unsere Beschäftigten tragen weiterhin Masken. Viele der Hygieneregeln sollten beibehalten werden. Darüber ist man sich einig. Die Menschen müssen auf sich und andere aufpassen, bevor sie herkommen, um sicherzustellen, dass sie Covid nicht in sich tragen. Sie testen sich regelmäßig und sind vollständig geimpft“, so Wolf.

Premierminister Johnson rief die Menschen auf, auch nach der Aufhebung der Einschränkungen vorsichtig zu sein. Solche Aufrufe reichen vielen nicht. Die Epidemiologin Deepti Gurdasani von der Londoner Queen Mary University hält die Rückkehr zur Vorpandemiezeit für verfrüht. Gurdasani meint: „Es herrscht Erstaunen darüber, dass sich ein Land, das über so gute medizinische und wissenschaftliche Beratung verfügt, entschließt, die Hälfte seiner Bevölkerung einem Erreger auszusetzen. Die Menschen könnten in ein paar Wochen geimpft sein. Warum wählt man einen Weg, der nicht nur unser Gesundheitswesen und pflegebedürftige Menschen stärker unter Druck setzt, sondern auch einen langfristigen Einfluss auf die Gesundheit junger Menschen, darunter Kinder, hat?“

Die Londoner Verkehrsbetriebe behalten ihre Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr bei - in Regional- und Fernzügen in England ist der Mund- und Nasenschutz nicht mehr vorgeschrieben.

Das macht Menschen wie Richard Sefton Sorgen. Er ist chronisch krank. „Im Januar habe ich mir Covid eingefangen, seither leide ich darunter. Ist es eine Beeinträchtigung, ein kleines Stück Stoff vor sein Gesicht zu spannen? Wenn ich eine Maske trage, fällt mir das Atmen schwer. Aber es ist auszuhalten, wenn es sich um ein Stück Stoff handelt, das mir helfen könnte“, sagt Sefton.

„Wenn man die Einschränkungen nicht im Sommer aufheben kann, wann denn sonst?“

euronews-Reporter Tadhg Enright kommentiert: „Boris Johnson hat die Frage gestellt: Wenn man die Einschränkungen nicht im Sommer aufheben kann, wann denn sonst? Was Covid angeht, trifft er nur die Entscheidungen für England. Schottland, Wales und Nordirland warten noch. Der Rest des Vereinigten Königsreichs sagt, es sei noch nicht an der Zeit."