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Copy-and-Paste: Twitter lacht über Armin Laschet

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Von Euronews mit dpa
Kanzlerkandidat Armin Laschet - CDU - ARCHIV
Kanzlerkandidat Armin Laschet - CDU - ARCHIV   -   Copyright  Martin Meissner/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Auch Armin Laschet hat ein Buch geschrieben, es heißt die «Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance» - und ist aus dem Jahr 2009. Und offenbar hat der Kanzlerkandidat von CDU/CSU Teile des Buches von einem anderen Autor übernommen, ohne das anzugeben.

Auf Twitter hat der Autor des Buches, aus dem Laschet zitiert hat, ohne dies zu kennzeichnen, publik gemacht, dass er über das Copy-and-Paste informiert wurde. Karsten Weitzenegger - der von Laschet kopierte Autor - macht sich auch ein bisschen über sich selbst lustig, denn er schreibt, er habe "spontan bestritten, jemals etwas so Dummes geschrieben zu haben". Und Weitzenegger meint: "Peinlich daran auch, dass Laschet früher die Wissenschaft wahrgenommen hat, dann aber nur noch populistische Migrations-Politik machte."

Laschet hat sich bereits entschuldigt. "Mindestens ein Urheber des im Buch verwendeten Materials wird weder im Fließtext noch im Quellenverzeichnis genannt", sagte Laschet am Freitag auf Anfrage der dpa. Offenbar erinnert sich der CDU-Politiker nicht wirklich daran, wie er das Buch geschrieben hat. "Um zu klären, ob es weitere Fehler gibt, werde ich unverzüglich die Prüfung des Buchs veranlassen.", so Laschet weiter.

Es gebe in dem Buch offenkundig Fehler, die er verantworte, erklärte Laschet. "Dafür möchte ich ausdrücklich um Entschuldigung bitten, denn sorgfältiges Arbeiten beim Verfassen von Werken und die Achtung des Urheberrechts sind für mich auch eine Frage des Respekts vor anderen Autoren."

Auf Twitter gibt es einige hämische Reaktionen.

In dem Buch forderte der heutige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen eine «dritte deutsche Einheit»: Nach der Eingliederung der Vertriebenen und der Wiedervereinigung stehe jetzt die Integration der Zuwanderer an.

Da das Buch inzwischen vergriffen sei, bietet Laschet den Text nun im Internet an.

Er habe das Werk in seiner damaligen Funktion als nordrhein-westfälischer Integrationsminister verfasst, sagte Laschet. "Es ist ein Debattenbeitrag und er diente dazu, die Arbeit des ersten Integrationsministeriums Deutschlands darzustellen und für eine neue Integrationspolitik bundesweit zu werben. Dementsprechend wurde für das Buch auch auf Ausarbeitungen des Ministeriums Rückgriff genommen." Dies gehe aus dem Literaturverzeichnis und der Danksagung hervor.

Der Reinerlös des Buchs sei an das Integrationsprojekt «Coach e.V.» gespendet worden, das eng mit der Arbeit des Ministeriums verbunden gewesen sei, was seit 2009 bekannt sei.

In den vergangenen Wochen hatte es Kritik am neuen Buch der Grünen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock gegeben.