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"Dies ist nicht Saigon" - US-Botschaftspersonal zum Flughafen

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Von Euronews mit dpa
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"Dies ist nicht Saigon" - US-Botschaftspersonal zum Flughafen
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Die USA haben angekündigt, ihr Personal vom Botschaftsgelände in Kabul an einen Standort am Flughafen der afghanischen Hauptstadt zu verlegen. Das bestätigte US-Außenminister Antony Blinken. Man wolle sicherstellen, dass das Personal ungefährdet arbeiten könne und weitere Menschen ausgeflogen werden könnten, sagte er dem US-Sender ABC.

Wir sind seit 20 Jahren in Afghanistan. Wir haben eine Billion Dollar und 2300 amerikanische Menschenleben verloren. Und wieder einmal hat der Präsident die richtige Entscheidung getroffen, das zu tun, was wir von Anfang an vorhatten: Diesen Krieg für die Vereinigten Staaten zu beenden und aus dem Bürgerkrieg in Afghanistan herauszukommen.
Antony Blinken
US-Außenminister

Blinken betonte, die Evakuierung des Botschaftspersonals aus Kabul habe Priorität. Er betonte auch, dass dies „nicht Saigon“ sei. Damit spielte auf die Niederlage der USA im Vietnamkrieg 1975 an. Damals gingen Bilder einer chaotischen Rettung des Botschaftspersonals aus Hanoi um die Welt. Blinken äußerte sich nicht zum Stand der Evakuierung in Kabul.

Die USA und die internationale Gemeinschaft hätten über 20 Jahre hinweg Milliarden von Dollar in diese Streitkräfte investiert, so Blinken. "Mit einer modernen und anspruchsvollen Ausrüstung, die die Taliban nicht hatten. Tragischerweise waren die Soldaten nicht in der Lage, das Land zu verteidigen. Das erklärt, warum es so schnell gegangen ist."

Der ehemalige Außenminister Mike Pompeo übte Kritik an der Biden-Regierung und an der Evakuierung.

Ich hoffe, sie kommen mit der Luftwaffe. Sie sollten diese Taliban, die Kabul umzingeln, vernichten. Das können wir mit der amerikanischen Luftwaffe tun. Wir sollten sie unter Druck setzen und ihnen Verluste zufügen. Und sie nicht anflehen, das Leben von Amerikanern zu verschonen. Wir sollten solange die Taliban bekämpfen, bis sie uns erlauben, unseren Afghanistan-Plan zuende zu bringen.
Mike Pompeo
Ehemaliger US-Außenminister

Die radikal-islamischen Taliban haben seit Beginn des Abzugs der US- und Nato-Truppen aus Afghanistan im Mai mittlerweile mehr als zwei Drittel der Provinzhauptstädte des Landes eingenommen und sind bis nach Kabul vorgerückt. Derzeit laufen Gespräche zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung.