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"Land ist physisch wie psychisch verwüstet" - Verzweiflung in Haiti

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Von Euronews mit dpa
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"Land ist physisch wie psychisch verwüstet" - Verzweiflung in Haiti
Copyright  AP / Matias Delacroix
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Nach dem schweren Erdbeben in Haiti mit fast 2.200 Toten ist die internationale Hilfe im Land zwar angelaufen - doch die Maßnahmen kommen nur schleppend voran.

Manche Ortschaften, die besonders hart von der Katastrophe getroffen wurden, sind immer noch auf sich allein gestellt. Man wartet auf dringend benötigte Dinge wie Lebensmittel, Trinkwasser, Medizin und Zelte, so lokale Medien.

Die Direktorin der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (Paho), Carissa Etienne, teilte mit, die Gesundheitseinrichtungen im Erdbebengebiet seien überlastet, 20 von ihnen seien durch das Beben beschädigt und vier zerstört worden.

USA schicken Hilfsgüter

Die USA haben mehrere Flugzeuge geschickt, um Menschen in Krankenhäuser zu bringen. Nach Angaben des Zivilschutzes gibt es insgesamt mehr als 12.000 Verletzte, 332 Menschen werden noch vermisst. Knapp 53.000 Häuser seien zerstört und gut 77.000 beschädigt. Laut UN-Kinderhilfswerk Unicef waren 1,2 Millionen Menschen von der Katastrophe betroffen.

Wie die Regierung mitteilte, fuhren am Mittwoch mehr als zehn Lastwagen mit Hilfsgütern in die Erdbebenregion im Südwesten des Karibikstaates. Zuvor war nach UN-Angaben ausgehandelt worden, dass Hilfskonvois die Hauptstraße zwischen der Hauptstadt Port-au-Prince und dem Süden des Landes befahren dürfen.

Bevölkerung fordert schnelles Handeln

Banden errichteten hier Kontrollpunkte – deren Kämpfe um Territorien legen Teile der Hauptstadt immer wieder lahm. UN-Angaben zufolge wurden allein im Juni rund 15.000 Menschen in die Flucht getrieben.

Angesichts der Not und verstärkt aufkommender Wut der Bewohner forderten gewählte lokale Vertreter den Staat zum Handeln auf, hieß es. Das Land sei physisch wie psychisch verwüstet, betonte Interims-Premierminister Ariel Henry in einer Ansprache an die Nation.

Eine Arbeitsgruppe mit Beteiligung der Zivilgesellschaft und des Privatsektors werde alle Spenden zentral verwalten, um sie besser zu verteilen, sagte der Übergangs-Regierungschef. Henry rief zur Einigkeit auf.