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600 weiße Tücher für mehr als 600.000 Corona-Tote in Brasilien

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Von Euronews mit DPA
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Aktion zum Gedenken an die Covid-Opfer an der Copacabana
Aktion zum Gedenken an die Covid-Opfer an der Copacabana   -   Copyright  Bruna Prado/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.
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Brasilien hat die Marke von 600 000 Corona-Toten überschritten. Seit Beginn der Pandemie sind 600.425 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília am Freitagabend (Ortszeit) hervorgeht.

Nur in den USA wurden bislang mehr Tote als in Brasilien registriert. Am Tag kommen in Brasilien derzeit rund 500 Tote dazu.

Seit Juni, als das Land insgesamt eine halbe Million Corona-Tote zählte, ist die tägliche Opferzahl auch wegen des Impf-Fortschritts zurückgegangen. Seit Beginn der landesweiten Impfkampagne im Januar sind nun fast 242 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Über 45 Prozent der erwachsenen Brasilianer sind vollständig geimpft.

Nach den Vereinigten Staaten und Indien verzeichnet das größte und bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas zudem mit fast 22 Millionen Fällen die meisten Infektionen. In Brasilien leben 210 Millionen Menschen; das Land ist 24 mal so groß wie Deutschland.

Der rechte Präsident Jair Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost und Schutzmaßnahmen sowie Einschränkungen abgelehnt. Auch den Sinn von Impfungen zieht er in Zweifel und hat mehrmals betont, dass er selbst noch nicht gegen Corona geimpft sei. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zum Corona-Krisenmanagement seiner Regierung läuft.

Mehrmals demonstrierten in den vergangenen Monaten Zehntausende gegen Bolsonaro. Am Freitag wurden am Strand der Copacabana in Rio de Janeiro - organisiert von der Nichtregierungsorganisation "Rio de Paz" - für die Corona-Opfer symbolisch 600 weiße Tücher aufgehängt.