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Falsch gerechnet: Doch kein erhöhtes Risiko für Herzmuskelerkrankung nach mRNA-Impfung

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Von Euronews
Rotes Herz in den Händen
Rotes Herz in den Händen   -   Copyright  George Hodan, Public Domain
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Dass eine Covid-19-Impfung mit einem erhöhten Risiko einhergeht, eine Herzmuskelentzündung zu erleiden, ist offenbar widerlegt.

Eine kanadische Preprint-Studie hatte befunden, dass nach einer Impfung mit einem mRNA-Impfstoff, wie es die bei einer Covid-19-Impfung der Fall ist, das Risiko eine Myokarditis zu bekommen bei 1 zu 1.000 liegt. Diese Studie wurde inzwischen aufgrund eines Fehlers bei der Berechnung, die das Risiko der Herzmuskelentzündung stark überschätzte, zurückgezogen.

Berechnungen waren falsch

Die Studie, die von Wissenschaftlern der University of Ottawa Heart Institute stammte, wurde erstmals am 16. September auf der Webseite MedRxiv veröffentlicht, allerdings war zu diesem Zeitpunkt noch kein "Peer-Reviewing"-Prozess erfolgt.

Die Forscher hatten errechnet, dass nach der Impfung mit einem mRNA-Impfstoff, wie es beispielsweise die Covid-19-Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Moderna sind, das Risiko einer Herzmuskelentzündung bei 0,1 Prozent liegt. Diese Prozentzahl errechneten sie, indem sie Zahl der verabreichten Corona-Impfungen durch die Zahl der registrierten Fälle der Herzerkrankung teilten.

Allerdings griffen sie dabei auf inkorrekte Zahlen zurück. So waren die Autor:innen der Studie von 32.379 verabreichten Impfdosen (im Zeitraum zwischen dem 30.05. und dem 25. Juli 2021) ausgegangen - tatsächlich waren in diesem Zeitfenster schon 854.930 Impfungen verabreicht worden. Damit unterschätzten sie die Menge der verabreichten Impfstoffe erheblich und gaben eine Zahl an, die 25 Mal kleiner war als zuvor angenommen.

Studie wegen Rechenfehler zurückgezogen

Nach der Veröffentlichung des Preprints war häufig darüber berichtet worden, dass die neuen mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19 in Zusammenhang mit einer Herzmuskelentzündung stünden.

Infolge dieses Rechenfehlers wurde die Studie am 24. September zurückgezogen. Zur Erklärung hieß es: "Unsere gemeldete Inzidenz schien durch einen fälschlicherweise kleinen Nenner (d. h. die Anzahl der während des Studienzeitraums verabreichten Dosen) stark aufgebauscht zu sein. Wir haben die bei Open Ottawa verfügbaren Daten überprüft und festgestellt, dass die Zahl der verabreichten Dosen tatsächlich um mehr als 800.000 unterschätzt wurde."

In einer Erklärung der Universität des Ottawa Heart Institute schrieben sie: "Wir bedauern, dass dieser Fehler zu Fehlinformationen über das Auftreten von Myokarditis nach der Impfung geführt hat. Die COVID-19-Impfstoffe sind sicher und haben sich als wirksam gegen diese Krankheit erwiesen. Wir fordern alle, die noch nicht geimpft wurden, auf, sich impfen zu lassen."

Hohes Risiko für Myokarditis bei Ungeimpften

Unter Berufung auf Daten des Vaccine Safety Datalink teilte die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC der Nachrichtenagentur Reuters mit, dass andere Studien keinen "signifikanten Zusammenhang zwischen Myokarditis und mRNA-Impfstoffen" gezeigt hätten, wenn man alle Altersgruppen betrachte, obwohl es "einen Zusammenhang zwischen mRNA-Impfstoffen und Myokarditis/Perikarditis bei jüngeren Personen" festgestellt wurde, insbesondere bei jungen Männern.

Eine Preprint-Studie über die Prävalenz von Myokarditis bei jungen Männern ergab jedoch, dass die Wahrscheinlichkeit, an Myokarditis zu erkranken, bei einer Covid-19-Erkrankung sechsmal höher ist als nach einer Covid-19-Impfung. Auch die CDC hält daran fest, dass die Risiken einer Covid-19-Infektion deutlich höher sind als die einer Impfung.